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Qualität und Vielfalt bei Tiefkühlkost überzeugen Experten
10.10.2005

Experten beim "Tiefkühlkost-Test" der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft
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Die Experten der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) bescheinigten auch in diesem Jahr tiefgekühlten Produkten eine hervorragende Qualität und lobten die Vielfalt des Angebotes. Insgesamt 807 Tiefkühlprodukte wurden beim Convenience-Wettbewerb 2005 der DLG in Bad Salzuflen getestet. 96 Prozent der eingereichten Produkte wurden mit einem Preis ausgezeichnet. Das waren 775 Qualitätsprodukte. 413 mal wurde der „Goldene Preis“ für hervorragende Qualität verliehen, 245 mal der „Silberne Preis“ für sehr gute Qualität und 117 mal der „Bronzene Preis“ für gute Qualität.

Der wissenschaftliche Leiter des Qualitätswettbewerbs für Tiefkühlprodukte, Professor Dr. Jörg Oehlenschläger, gibt Auskunft über die Hintergründe des Wettbewerbs:


dti: Herr Professor Oehlenschläger, 807 Tiefkühlprodukte standen unter Ihrer Leitung vier Tage in Bad Salzuflen auf dem Prüfstand. Wie haben Sie und Ihre Kollegen es geschafft, nicht den Überblick zu verlieren?
Oehlenschläger: Die Prüfung ist so organisiert, dass die einzelnen Prüfgruppen eine vorher bestimmte Anzahl von Proben testen. Die Kollegen können sich ganz auf die an ihrem Tisch von ihnen zu prüfenden Proben konzentrieren und werden nicht abgelenkt. Dies und der gesamte Ablauf sind von Seiten der DLG sehr gut geplant.

dti: Ihre Arbeit ist vergleichbar mit der beim TÜV. Auch Sie prüfen, beurteilen und bewerten systematisch nach vorgegebenen Kriterien. Welches sind die entscheidenden Qualitätskriterien beim DLG-Tiefkühlkosttest?
Oehlenschläger: Entscheidend ist, dass das geprüfte Erzeugnis keine Fehler aufweist. Weist es Fehler auf, werden diese genau beschrieben und auch in ihrer Ausprägung charakterisiert, was dann allerdings eine Qualitätsminderung ist.

dti: Siegel gibt es viele auf den Verpackungen. Was ist das Besondere an der DLG-Auszeichnung?
Oehlenschläger: Im Gegensatz zu anderen Siegeln zeigen die DLG Preise in Gold, Silber und Bronze, dass das Produkt von einer Gruppe von sensorischen Experten verschiedener Herkunft (Handwerk, Industrie, Überwachung, Forschung) unter neutralen Bedingungen geprüft und bewertet wurde.

dti: Wann erhält ein Tiefkühlprodukt von Ihnen die Auszeichnung „DLG-prämiert“?
Oehlenschläger: Die Auszeichnung Goldener Preis wird verliehen, wenn ein Produkt völlig fehlerfrei ist. Das heißt, wenn es sowohl in tiefgefrorenem Zustand wie auch in zubereitetem Zustand von einwandfreier Qualität ist. Werden kleinere Abweichungen gefunden, kann der Silberne oder Bronzene Preis verliehen werden. Auch diese Preise zeigen, dass das Erzeugnis noch sehr gut ist. Aber eben mit kleineren Qualitätsabweichungen, die in der Regel nur vom Experten erkannt und benannt werden können.

dti: Wie erkennen Verbraucher, ob ein Tiefkühlprodukt „frisch“ ist?
Oehlenschläger: Am besten achtet der Verbraucher auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Wenn dieses noch drei bis sechs Monate entfernt liegt und das Erzeugnis noch eine lange Sicherheitsreserve hat, kann er davon ausgehen, dass es noch „frisch“ ist, auch wenn dieser Begriff hier nicht angebracht ist.

dti: Der Geschmack kann bekanntlich sehr verschieden sein. Als neutraler DLG-Experte haben Sie die Aufgabe, die tiefgekühlten Produkte auf Geschmack und Genuss zu testen. Wann schmeckt Ihnen ein Tiefkühlprodukt?
Oehlenschläger: Wenn es in allen Kriterien meinen Erwartungen entspricht. Dazu gehören: ansprechendes Aussehen, dem Erzeugnis entsprechender Geruch und Geschmack, angenehme äußere Beschaffenheit und Gesamtharmonie.

dti: Welchen Anforderungen müssen Tiefkühlverpackungen gerecht werden?
Oehlenschläger: Die Verpackung muss das Erzeugnis vor äußeren Einflüssen wie Licht und Luft (Sauerstoff), Austrocknung und vor mechanischen Beschädigungen schützen. Gegebenenfalls muss die Verpackung das Erzeugnis auch noch nach dem Auftauen oder gar nach dem Zubereiten schützen und sicher umschließen, zum Beispiel im Kochbeutel.

dti: Verbraucher wünschen bei den vielfältigen Informationen auf den Verpackungen verstärkt Orientierungshilfe. Worauf sollten die Käufer besonders ihr Augenmerk richten?
Oehlenschläger: Auf eindeutige Zubereitungshinweise des Herstellers achten. Nur Ware aus Tiefkühltheken und -schränken kaufen, bei denen die Temperatur abzulesen ist und diese bei mindestens minus 18 °C liegt. Auf keinen Fall angetaute Ware oder Ware mit Schneebildung oder Gefrierbrand kaufen.

dti: Haben Sie bei den getesteten Produkten aktuelle Trends entdeckt? Wenn ja, was erwartet die Verbraucher in naher Zukunft Neues in der Tiefkühlkostabteilung?
Oehlenschläger: Der Verbraucher kann davon ausgehen, dass nahezu alle Lebensmittel, die er frisch kaufen kann, auch in tiefgefrorener Form angeboten werden. Er wird sich mit allem, was er sonst nur als frische saisonale Ware kennt, in Zukunft bevorraten können.

dti: Was sind aus Ihrer Expertensicht die Vorteile des industriellen Tiefgefrierens im Vergleich zum selber Einfrieren zu Hause?
Oehlenschläger: Industrielles Tiefgefrieren garantiert ein schnelles schockartiges Tiefgefrieren, bei dem sehr kleine Kristalle gebildet werden, die das Tiefkühlgut nicht in der Qualität beeinträchtigen. Dies kann Einfrieren in einem Haushalts-Tiefkühlgerät nicht leisten. Hier werden beim langsamen Einfrieren große Kristalle gebildet, die die Zellen zerstören und nach dem Auftauen stark wertgeminderte Produkte zur Folge haben.

dti: Abschließend eine Frage an Sie als Verbraucher: Wie beurteilen Sie als Konsument Tiefkühlkost?
Oehlenschläger: Als Konsument verbrauche ich Tiefkühlkost gleichberechtigt neben Frischeerzeugnissen und anderen technologisch bearbeiteten Lebensmitteln.

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