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Hoher Qualitätsstandard bei Tiefkühlkost
20.09.2006

Professor Dr. Jörg Oehlenschläger
DLG
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„DLG-prämiert“: Diese Qualitätsauszeichnung erhielten 94 Prozent der eingereichten Tiefkühlprodukte beim diesjährigen Convenience-Wettbewerb der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. Über 52 Prozent bekamen den DLG-Preis in Gold. Silber ging an über 26 Prozent. Knapp 16 Prozent der prämierten Tiefkühlprodukte dürfen zukünftig mit dem DLG-Preis in Bronze werben, so die vorläufigen Ergebnisse.
Das Tiefkühlinstitut hat den wissenschaftlichen Leiter des DLG-Wettbewerbes, Professor Dr. Jörg Oehlenschläger, nach den Gründen für die Top-Qualität tiefgekühlter Lebensmittel gefragt.


dti: Frische ist der „Goldstandard“ bei Lebensmitteln. Wie beurteilen Sie das Qualitätskriterium Frische bei tiefgekühlten Lebensmitteln im Vergleich zu Produkten in anderen Angebotsformen?
Oehlenschläger: Bei tiefgekühlten Lebensmitteln wird der Frischezustand unmittelbar nach Herstellung oder Ernte quasi während des Tiefkühlprozesses versiegelt und taucht nach dem Auftauen bzw. Zubereiten wieder weitgehend unverändert auf. Bei anderen Angebotsformen, die den Begriff Frische im Namen führen, begleitet der Frischebegriff diese Lebensmittel unverändert vom Tag der Herstellung bis zum Ende der Haltbarkeit, an dem „Frische“ – im Sinne von neu, gerade erzeugt oder hergestellt – längst nicht mehr erkennbar und vorhanden ist.

dti: Der Sensorik kommt bei dem DLG-Wettbewerb eine zentrale Bedeutung zu. Die Produkte werden mit den Sinnen nach Farbe und Form, Konsistenz und Beschaffenheit, Geruch und Geschmack getestet. Wie bewerten Sie die sensorische Qualität tiefgekühlter Lebensmittel?
Oehlenschläger: Die sensorische Qualität tiefgekühlter Lebensmittel ist heute auf einem ausgesprochen hohen Stand. Beim letzten DLG-Convenience-Wettbewerb, auf dem Tiefkühl- und Frischprodukte der gleichen Produktgruppen bewertet wurden, äußerten Prüfer, dass tiefgefrorene Lebensmittel einiger Produktgruppen sensorisch überwiegend besser beurteilt wurden als die frischen Lebensmittel.

dti: Der besondere Vorteil von Tiefkühlkost liegt in der Möglichkeit, Lebensmittel über längere Zeit ohne nennenswerten Qualitätsverlust zu lagern und nicht sofort verbrauchen zu müssen. Was haben die Hersteller sich Neues einfallen lassen, um diesen entscheidenden Verbraucherservice noch stärker zu optimieren?
Oehlenschläger: Die Hersteller haben sich überwiegend auf die soziodemographische Entwicklung der Bevölkerung eingestellt und bieten heute portionierbare tiefgekühlte Lebensmittel oder kleinere Verpackungseinheiten für Single-Haushalte an. Die Verpackungen sind heute ganz überwiegend sicher und garantieren Schutz vor Gefrierbrand, Austrocknung und Schneebildung.

dti: Worauf müssen Verbraucher besonders achten, um die hohe Ausgangsqualität tiefgekühlter Lebensmittel auch zu Hause zu bewahren?
Oehlenschläger: Hier sind drei Dinge wichtig. Erstens sollte der Transport von Tiefkühlkost zwischen Einkaufsstätte und Haushalt in isolierten Verpackungen erfolgen, um die Temperatur nicht zu stark während des Transportes steigen zu lassen. Zweitens sollten die tiefgekühlten Produkte nicht zu Hause oder im Auto zwischengelagert werden, sondern sofort wieder in die Tiefkühltruhe gepackt oder gleich verbraucht werden. Und drittens sollte das Tiefkühlmöbel im Haushalt mindestens minus 18° Celsius, besser eine tiefere Temperatur, aufweisen. Jeder Minusgrad zusätzlich verlängert die Haltbarkeit von Lebensmitteln aus der Tiefkühlung.

dti: Sie haben auch Tiefkühlprodukte getestet, die in den vielfältigen Bereichen der Außer-Haus-Verpflegung eingesetzt werden. Welche herausragenden Vorteile sehen Sie für die Entscheider in den Großküchen, wenn die Verantwortlichen auf Tiefkühlkost setzen?
Oehlenschläger: Zuerst die gute Portionierbarkeit und die Tatsache, dass alle Portionen gleich groß sind, was an der Ausgabe Streitigkeiten vermeidet. Dann aber auch die Möglichkeiten, sich zu bevorraten, wenn der Markt günstige Preise bietet. Hinzu kommt die einfache Zubereitung in modernen Küchengeräten wie beispielswiese Kombidämpfern, die eine verlust- und qualitätsschonende Zubereitung erlauben.

dti: In diesem Jahr haben sich überdurchschnittlich viele Hersteller aus den europäischen Nachbarländern und Unternehmen aus Japan und anderen überseeischen Märkten am DLG-Qualitätstest beteiligt. Sie hatten deshalb Gelegenheit, eine Vielzahl neu entwickelter tiefgekühlter Produkte zu prüfen. Welche Trends sehen Sie bei den Rezepturen?
Oehlenschläger: Die Rezepturen von Einsendern aus anderen Ländern, besonders aus Japan nähern sich immer mehr den bei uns bekannten und beliebten an. Während vor fünf bis sechs Jahren diese Lebensmittel noch als Exoten angesehen und geprüft wurden, werden sie heute als äußerst hochwertige Lebensmittel von hohem technologischen Standard mit kleinen Besonderheiten angesehen und geschätzt. Die japanischen Einsender lassen übrigens nicht für den deutschen Markt prüfen, sondern ausschließlich für den japanischen, der Produkte mit einem deutschen Prüfsiegel außerordentlich honoriert.

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