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Tiefkühlkost gewinnt weiter Marktanteile
20.09.2006

Der Tiefkühlmarkt in Deutschland expandiert 2006 wieder schneller im Vergleich zum Vorjahr. Damit gewinnt das Sortiment weiter Marktanteile. Nach ersten Schätzungen des Deutschen Tiefkühlinstitutes (dti) wird der Gesamtverbrauch tiefgekühlter Lebensmittel bis Ende des Jahres bei 3,15 Millionen Tonnen liegen. Dies würde einem Mengenwachstum von drei Prozent entsprechen. Im Jahre 2005 konnte die Branche nur ein Mengenplus von einem Prozent melden. Der Pro-Kopf-Verbrauch steigt demnach von 37,1 auf 38,2 Kilogramm.

Der Gesamtumsatz dürfte 2006 um 3,4 Prozent auf zehn Milliarden Euro klettern. Im vergangenen Jahr betrug die wertmäßige Steigerung 1,8 Prozent. Dies meldet das dti im Vorfeld der InterCool – der Internationalen Fachmesse für Tiefkühlkost, Speiseeis und Technik – in Düsseldorf.

Der dti-Geschäftsführer Manfred Sassen sieht auch für die europäischen Nachbarländer hervorragende Zukunftsaussichten für Tiefkühlkost: „Alles selber kochen ist out, Convenience ist in. Tiefgekühlte Lebensmittel werden auch weiterhin ganz oben auf der Einkaufsliste der privaten Verbraucher sowie den Verwendern in der Außer-Haus-Verpflegung in Deutschland und Europa stehen.“

Besonders stark nachgefragt werden Backwaren aus der Tiefkühlung. Diese Produktgruppe nimmt mengenmäßig heute den größten Anteil am Gesamtsortiment bei tiefgekühlten Lebensmitteln ein. „Der Bäcker und Konditor aus der Truhe sind eine Selbstverständlichkeit“, urteilt Sassen. Auch das Gemüsesortiment behauptet seit Jahren seine starke Marktstellung. „Die sprichwörtliche ‚Frische auf Vorrat‘ bietet jede Menge gesunde und kreative Produkte, beispielsweise Gemüsemischungen aus fremdländischen Küchen.“

Mehrverbrauch im Lebensmittelhandel und Außer-Haus-Markt
Aufgrund der vorliegenden Marktdaten des Tiefkühlinstitutes kauften die Privatverbraucher im ersten Halbjahr 2006 im Lebensmitteleinzelhandel, über die Heimdienste und bei den Discountern vier Prozent mehr Tiefkühlkost als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Voll im Trend lag das tiefgekühlte Fischangebot. Die Verbrauchsmenge von Seelachs, Fischstäbchen, Schlemmerfilet und Co. werde bis Ende des Jahres 2006 auf sechs bis sieben Prozent zulegen, schätzt das dti. Nach Erhebungen des Fisch-Informationszentrums stellt Tiefkühlfisch im Vergleich zu anderen Fisch-Angebotsformen traditionell den höchsten Anteil am Fischkonsum in Deutschland. Mit 32 Prozent lag Fisch aus der Tiefkühltruhe 2005 anteilig auf Rang eins. Ungekühlt verkaufter Fisch hingegen kam lediglich auf Rang vier mit 11 Prozent Anteil. Mit steigendem Verbrauch rechnet das dti auch bei tiefgekühlten Kartoffelprodukten und Pizzas. Hier werde das Mengenwachstum jeweils bei vier Prozent liegen.

Auch im zweiten Absatzkanal für Tiefkühlkost, dem Großverbraucherbereich, wird die Angebotsform immer beliebter. In den ersten sechs Monaten 2006 kauften die Küchenentscheider in der Gastronomie, Schul- und Sozialverpflegung sowie in den Betriebsrestaurants zirka 2,3 Prozent mehr Tiefkühlkost als im Vorjahr. Kartoffeln, Gemüse, Fisch und Backwaren sind hier seit Jahren die Renner. Aber auch Menüs aus der Tiefkühlung wie Hühnerfrikassee, Gulasch in Soße oder Vegetarisches, prägen zunehmend diesen Markt.

Tiefgekühlte Qualität überzeugt Verbraucher – auch als Bio-Ware
Bestnoten für Tiefkühlkost hat in diesem Jahr die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) vergeben. Beim DLG-Wettbewerb „Convenience“ erhielten 94 Prozent der eingereichten Tiefkühlprodukte die renommierte Auszeichnung „DLG-prämiert“, so die vorläufigen Ergebnisse. Für den wissenschaftlichen Leiter des Wettbewerbs, Professor Dr. Jörg Oehlenschläger, steht die Top-Qualität von Tiefkühlkost außer Frage: „Bei tiefgekühlten Lebensmitteln wird der Frischezustand unmittelbar nach Herstellung oder Ernte quasi während des Tiefkühlprozesses versiegelt und taucht nach dem Auftauen beziehungsweise Zubereiten wieder weitgehend unverändert auf.“ Auch der Geschmack und Genuss von Tiefkühlkost erfüllen die hohen Anforderungen der DLG: „Prüfer äußerten, dass tiefgefrorene Lebensmittel einiger Produktgruppen sensorisch überwiegend besser beurteilt wurden als die frischen Lebensmittel.“

Alternativ zu konventionell hergestellter Tiefkühlkost greifen immer mehr Verbraucher zu Bio-Ware als Tiefkühlprodukt. Das dti rechnet damit, dass dieser Markt mengenmäßig zukünftig stark zulegen wird. Für den Ernährungswissenschaftler Professor Dr. Guido Ritter von der Fachhochschule Münster bündeln Bio und Tiefkühlkost viele Vorteile. „Frische, schonende Herstellung, Sicherheit, Genusswert und die ganzjährige Verfügbarkeit“ bei Tiefkühlkost in Kombination mit „den Vorzügen der biologischen Lebensmittel“ sind für den Dekan der Fachhochschule Münster ideal.

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