Deutsches Tiefkühlinstitut und Öko-Institut präsentieren erste Ergebnisse einer repräsentativen Klimabilanz von Tiefkühlkost
09.06.2011
Tiefkühlindustrie untersucht eigene Nachhaltigkeit
Hamburg, 8. Juni 2011 In Kooperation mit dem Öko-Institut e V. stellt das
Deutsche Tiefkühlinstitut e. V. erste Ergebnisse einer repräsentativen Klimabilanz von
Tiefkühlkost vor.
Die Ergebnisse der untersuchten Produkte in den Kategorien
Backwaren und
Gemüse verdeutlichen: Die Klimabilanz tiefgefrorener Brötchen im Vergleich zu ungekühlten Aufback-Brötchen ist auf einem vergleichbaren Niveau.
Bei
tiefgekühlten Backwaren entstehen die wesentlichen Emissionen bei der
Zubereitung in den Haushalten. Bei Tiefkühl-Gemüse hingegen haben die verschiedenen Prozesse entlang des Produktweges relativ gleichmäßige Anteile an den Klimaauswirkungen.
Die Tiefkühlbranche wird die Ergebnisse analysieren und praktikable Ansätze für weitere Klimaschutzmaßnahmen entwickeln. Darüber hinaus plant das Deutsche Tiefkühlinstitut, Bilanzierungsregeln für die Branche zu entwickeln.
Die abschließenden Ergebnisse der Studie werden für Anfang 2012 erwartet.
Im Rahmen seiner Jahrestagung am 8. Juni 2011 in Hamburg, hat das Deutsche Tiefkühlinstitut, gemeinsam mit dem Öko-Institut, erste Ergebnisse einer repräsentativen Klimabilanz der Tiefkühlbranche vorgelegt.
Bilanz entlang des Produktweges
Um möglichst präzise und vollständige Bewertungen zu erzielen, wurden die verschiedenen Prozesse des gesamten Produktweges untersucht: Beginnend bei der landwirtschaftlichen
Produktion der Rohwaren, über die industrielle Verarbeitung,
Lagerung und Logistik zum Handel bis hin zum
Einkauf, Lagerung und Zubereitung durch den Verbraucher.
Zu diesem Zweck haben die an der Studie beteiligten Unternehmen repräsentative, fundierte und umfangreiche Daten erhoben und dem Öko-Institut zur Verfügung gestellt.
Um die Produkte vergleichbar zu machen, wurden diese anhand einer einheitlichen Bezugsgröße von 100g bilanziert.
Brötchen und Erbsen
Die vorliegenden Ergebnisse für die Produktgruppen Backwaren und Gemüse bestätigen die Schlussfolgerungen einer bereits abgeschlossenen Vorstudie: Die häufig geübte Pauschalkritik an Tiefkühlkost und ihren Auswirkungen auf die Umwelt ist wissenschaftlich nicht belegbar.
Carl-Otto Gensch, Leiter des Bereiches Produkte und Stoffströme am Öko-Institut und verantwortlich für die Klimabilanz unterstreicht: „Die unterschiedlichen Angebotsformen bei Backwaren sind auf vergleichbarem Niveau.
Entscheidend ist, dass bei der Produktgruppe Backwaren das Verhalten der Verbraucher die Klimabilanz maßgeblich, nämlich zu ca. 50 Prozent mit beeinträchtigt. In anderen Worten, der Konsument spielt am Ende eine entscheidende Rolle bei dem schonenden Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen. Die Ausstattung der Haushalte mit effizienten Geräten, die optimal genutzt werden, ist entscheidend bei der Einsparung von Energie.“
Doch auch die Hersteller sehen sich in der Pflicht, denn während der Produktion wird Energie verbraucht und werden Treibhausgase erzeugt. Betrachtet man die Produktion, wird deutlich, dass davon die Form- und Backprozesse ca. 75 Prozent der Emissionen ausmachen. Die Herstellung der Verpackungsmaterialien spielt hingegen mit rund 4 Prozent eine untergeordnete Rolle.
Beim Transport von Tiefkühlkost entstehen generell zwar größere Mengen an Treibhausgasen als beim ungekühlten Transport. Zu unterstreichen ist jedoch, dass der Transport mit ca. 11 Prozent einen vergleichbar geringen Anteil an der gesamten Klimabilanz einnimmt und der Mehrverbrauch bei Tiefkühltransporten nicht so stark zu Buche schlägt, wie es häufig angenommen wird.
Ein wichtiger Schritt Richtung „Nachhaltigkeit“
Das Deutsche Tiefkühlinstitut widmet sich seit Längerem dem Thema Nachhaltigkeit und stellt sich seiner Verantwortung als Vertreter der deutschen Tiefkühlbranche. Mit der Klimabilanz und der Ermittlung der Klimaauswirkungen von Tiefkühlkost wird ein weiterer und wichtiger Beitrag geleistet.
Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Tiefkühlinstitutes, Udo Perenz, ist überzeugt: „Das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit ist bei den Unternehmen vorhanden. Die vom Deutschen Tiefkühlinstitut für die Branche durchgeführte Studie ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Die Klimabilanz und ihre wissenschaftlich fundierten Ergebnisse werden außerdem helfen, die öffentliche Diskussion rund um die Klimaauswirkungen von Tiefkühlkost zu versachlichen.“
Auf Grundlage der Gesamtergebnisse, die für Ende des Jahres erwartet werden, sollen dann konkrete Ansätze zur Optimierung von Klimaschutzmaßnahmen erarbeitet werden. Das Deutsche Tiefkühlinstitut plant zudem die Erstellung von Leitlinien und Kriterien, die die Unternehmen bei der korrekten Analyse von Umweltauswirkungen unterstützen sollen (Product Category Rules).
Außerdem werden Verbraucher nach Abschluss der Studie im Rahmen einer integrierten Aufklärungskampagne über einen klimafreundlichen Umgang mit Tiefkühlprodukten informiert.
„Die Branche“, so der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Tiefkühlinstitutes, Udo Perenz, „ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Wir werden die Gesamtergebnisse der Klimabilanz aufgreifen und die Unternehmen werden ihre Aktivitäten entsprechend weiterentwickeln und intensivieren. Ziel ist es, den Energieverbrauch kontinuierlich zu senken und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“
In Bezug auf die Kooperation mit dem Öko-Institut fügt Perenz hinzu: „Um wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zu erzielen, sind unabhängige und renommierte Experten notwendig. Mit dem Öko-Institut haben wir einen solchen Partner gefunden. Wir freuen uns über die konstruktive Zusammenarbeit.“
Deutsches Tiefkühlinstitut e. V. (dti)
Das Deutsche Tiefkühlinstitut mit Sitz in Berlin ist die Kommunikations- und Informationsplattform der deutschen
Tiefkühlwirtschaft. Gegründet im Jahr 1956 zählt das Deutsche Tiefkühlinstitut rund 170 Mitglieder aus der gesamten
Tiefkühlkette: von der Herstellung, über den Vertrieb bis hin zum Verkauf tiefgefrorener Lebensmittel an die Privathaushalte und die verschiedenen Bereiche der Außer-Haus-Verpflegung. Zu den Unternehmen zählen bedeutende Firmen in Deutschland sowie aus dem Ausland, sofern diese im deutschen Markt tätig sind.
Öko-Institut e. V.
Das Öko-Institut ist eine der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungseinrichtungen für eine nachhaltige Zukunft. Rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten jährlich an mehr als 300 nationalen und internationalen Projekten unter anderem in den Bereichen Energie und Klima, Nachhaltigkeit in Konsum oder Ressourcenwirtschaft und Unternehmen.
Die Pressemeldung finden Sie im Internet auf
www.tiefkuehlkost.de sowie weitere Informationen unter
www.frischer-als-frisch.de.
Weitere Informationen:
Deutsches Tiefkühlinstitut e.V.,
Carola Herckelrath,
Tel.: +49 30 2809 362-0,
Fax: +49 30 2809 362-20,
Mail:
herckelrath@tiefkuehlkost.de
Fact Sheet: Klimabilanz Tiefkühlkost
First Steps:
Beauftragung des Öko-Institut e.V., Freiburg durch das Deutsche Tiefkühlinstitut e.V., Köln mit der Durchführung von Untersuchungen zur Klimabilanz von Tiefkühlkost.
Ziel der Zusammenarbeit ist die Identifizierung des Status Quo, die Versachlichung der öffentlichen Diskussion und die Ausarbeitung von Optimierungspotentialen im Bereich „Klimaschutz und Tiefkühlkost“.
Der Startschuss für den ersten Schritt eine Vorstudie die aus einem ersten Pilotvergleich und einer Stoffstromanalyse bestand, fiel im Herbst 2009. Die ausführliche Hauptstudie wurde Ende 2010 gestartet.
VORSTUDIE wichtige Erkenntnisse:
Die pauschale Verurteilung von Tiefkühlkost mit Blick auf Klimaaspekte ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar.
Das Zubereiten von
Convenience-Produkten wie auch Tiefkühlkost verbraucht in der Regel weniger Energie als die Selbstzubereitung eines vergleichbaren Gerichtes.
HAUPTSTUDIE erste wichtige Erkenntnisse:
Bei Backwaren liegen beide untersuchten Angebotsformen (TK-Brötchen und ungekühlte Brötchen zum Aufbacken)mit Blick auf ihre Klimabilanz auf gleichem Niveau.
Es kann davon ausgegangen werden, dass bei den anderen derzeit bearbeiteten Produktgruppen ähnliche Verhältnisse zu erwarten sind.
Die vorgenommene umfangreiche Datenerfassung zur Rohwarenbereit-stellung, Verarbeitung, Lagerung und Distribution von TK-Produkten ist ein Vorbild für die gesamte Lebensmittelwirtschaft.
Next Steps:
Die Gesamtergebnisse der Hauptstudie auf Basis von fünf Produktkategorien stehen voraussichtlich ab Anfang 2012 zur Verfügung.
Weitere Informationen finden Sie auch in unserer aktuellen Social Media Release unter
http://dti.fleishmaneurope.de/2011-05/.