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Interview mit Susanne Hofmann, Geschäftsführerin, Deutsches Tiefkühlinstitut e.V., Köln zum Thema

„80 Jahre Tiefkühlkost“


  1. Die Tiefkühlkost feiert in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag. Wer hat sie denn erfunden?
  2. Wie kam Clarence Birdseye auf die Idee?
    „Erfunden hat es ein Amerikaner namens Clarence Birdseye. Der war eigentlich Meeresbiologe und hatte Forschungsarbeiten mit den Eskimos und hat dort beobachtet, wie die ihr Hauptnahrungsmittel - was Fisch ist bekanntermaßen - mit Eis umgaben um es frisch zu halten. Und daraus hat er abgeleitet, da müsste man noch mehr draus machen können und er hat letztendlich die Tiefkühlkost erfunden.“

    "O-Ton Frage 1 und 2" herunterladen 

  3. Wie schaffte es Mr. Birdseye damals die Lebensmittel tiefzukühlen?
    „Er musste künstliche Kälte erzeugen. Und er hat mit viel Erfindungsreichtum und wenigen Mitteln eine erste Schockgefrieranlage entwickelt. Die Hauptmittel waren wohl Eis, Salz und ein Ventilator mit Elektroantrieb. Und damit hat er es geschafft Kälte zu erzeugen. Das geht natürlich heute mit den technischen Mitteln des 21. Jahrhunderts ganz einfach. Aber es hat funktioniert.“

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  4. Damals wie heute gelten minus 18 Grad Celsius als optimale Lagertemperatur für Tiefkühlkost. Warum ist diese Temperatur so optimal?
    „Er hat festgestellt, dass ab 0 Grad Fahrenheit die Zellaktivitäten komplett zum Stillstand kommen. Und das ist wichtig, um einen Verderb eines Lebensmittels zu stoppen. Und 0 Grad Fahrenheit sind minus 18 Grad Celsius und das hat sich bis heute etabliert.“

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  5. Die Amerikaner waren die ersten, die damals in den Genuss der tiefgekühlten Lebensmittel kamen. Erst 25 Jahre später kam die Tiefkühlkost nach Deutschland. Warum hat das so lange gedauert?
  6. Das Rheinland übernahm damals eine Pionierrolle. Inwiefern?
    „Die erste Tiefkühlkost in Deutschland wurde auf der ANUGA 1955 vorgestellt. Das ist 25 Jahre nach der Erfindung in Amerika. Nun war damals der Sprung über den großen Teich noch ein bisschen größer als heute. Das ging nicht mit einem Flugzeug in ein paar Stunden. Das waren Welten und auch die Kommunikationsmedien waren ja einfach ganz andere. Das heißt, das hat schon wirklich lange gedauert.
    Nach der ANUGA 55 hat es circa ein Jahr später im Rheinland den so genannten Köln-Bonner-Truhentest gegeben. Da haben einige Lebensmittelhändler 400 Truhen aufgestellt und haben gemerkt, das ist erfolgreich. Sie haben mit Eiskremtruhen angefangen, weil die waren halt da. haben weitere aufgestellt um das auszuprobieren. Wahrscheinlich hat mancher mit dem Kopf geschüttelt und gesagt: Was soll der Quatsch? Aber man sieht, was daraus geworden ist.“


    "O-Ton Frage 5 und 6" herunterladen 

  7. Nun ist das Angebot an Tiefkühlkost heute ja sehr umfangreich. Wie sah das vor 80 Jahren in Amerika bzw. 55 Jahren in Deutschland aus?
    „Das Ganze fing an mit Fisch, weil Fisch sehr empfindlich ist und die Tiefkühlung für den Fisch sicherlich sehr gut war. Und dazu kam Gemüse und Obst.“

    "O-Ton Frage 7" herunterladen 

  8. Welches sind denn heutzutage die beliebtesten Tiefkühl-Produkte?
    „Beliebte Produkte sind heute Tiefkühlbackwaren, die Pizza, die fast in jedem Haushalt ist und auch in Zusammenhang mit der Veränderung der Lebensgewohnheiten Fertiggerichte. Das ist ein Segment, das immer stärker wächst und was sich auch ganz klar etabliert hat.“

    "O-Ton Frage 8" herunterladen 

  9. Immer wieder wird diskutiert, ob tiefgekühltes Gemüse genauso gesund und geschmackvoll ist wie frisches. Wie sehen Sie das?
    „Wir sagen: Tiefkühlkost ist frischer als frisch. Das gilt insbesondere für Gemüse. Wenn Sie frisches Gemüse kaufen, einen Tag im Kühlschrank liegen lassen, wird es schon ein bisschen bräunlich, ein bisschen feucht, verliert Vitamine in großem Maße mit jeder Stunde, die Sie es länger liegen lassen. Das haben Sie alles bei Tiefkühlgemüse und Tiefkühlobst nicht. Tiefkühlgemüse wird direkt vom Feld eingefroren. Er hat einen hohen Vitamingehalt, er hat eine hohe Substanz an Frischekomponenten und behält die Farbe und das praktische für jeden, der damit arbeitet: Man muss es nicht mehr putzen. Allein aus diesem Grunde ist es schon gut, es zu verwenden. Man ist ja auch bequem geworden oder man hat wenig Zeit.“

    "O-Ton Frage 9 herunterladen 

  10. Abschließende Frage: Welches sind aus Ihrer Sicht die klaren Vorteile tiefgekühlter Lebensmittel im Vergleich zu frischen Produkten?
    „Zum einen tatsächlich, und das stellen wir auch sehr stark heraus in dieser Zeit: Tiefkühlkost ist frischer als frisch. Sie erhalten einfach Vitamine. Sie erhalten die Komponenten, die Lebensmittel gut machen. Sie haben eine wunderbare Vorratshaltung. Sie brauchen nicht jeden Tag frisch einkaufen gehen, was heute kaum noch jemand schafft. Sie haben den Convenience-Anteil in Tiefkühlprodukten, gerade in den vielen, die fertig oder halbfertig sind. Die halbfertigen können Sie noch verfeinern. Sie haben immer was zuhause. Das sind unschlagbare Vorteile in der heutigen Zeit. Auch für die Energiebilanz gut: Sie müssen nicht jeden Tag irgendwo hinfahren mit dem Auto um einzukaufen. Sie kaufen einmal ein und frieren ein. Und einen Tiefkühlschrank hat auch jeder im Hause. Wunderbar.“

    "O-Ton Frage 10" herunterladen 



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