Temperaturen weit unter Null stoppen das Wachstum von Bakterien und Co.
Sie sind überall in der Natur zu finden. Ohne sie könnten Mensch und Tier nicht überleben. Die Rede ist von Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen. Unter den Tausenden von Mikroorganismen im Lebensmittelbereich gibt es durchaus nützliche. Brot backen, Käse herstellen, Alkohol gären: Die Produktion mancher
Lebensmittel und Getränke wäre ohne den Einsatz von Kleinstlebewesen nicht möglich. Kein Grund zur Panik also!
Es gibt aber auch solche Mikroorganismen, die gesundheitsgefährdend sind. Vorsicht ist bei Krankheitserregern wie beispielsweise Salmonellen angesagt. Durch ein explosionsartiges Wachstum der Mikroorganismen können Lebensmittel verderben und damit für die Gesundheit des Menschen gefährlich werden. Bakterien und Co. brauchen zur Vermehrung günstige Bedingungen wie genügend Feuchtigkeit und Nährstoffe, aber vor allem angenehme Temperaturen – möglichst im Plusbereich.
Kleinstlebewesen im Kälteschlaf
Bei tiefgefrorenen Produkten ist der Verbraucher auf der hygienisch sicheren Seite. Denn Mikroorganismen sind bei den tiefkalten Temperaturen, die beim industriellen Tiefgefrieren eingesetzt werden, zum Nichtstun verdammt. Sie können weder wachsen, noch sich vermehren, da Nährstoffe fehlen. Diese bekommen sie aber nur über die in den Lebensmitteln enthaltene Flüssigkeit. Doch die ist zu Eiskristallen erstarrt. Neben der Kälte sorgt auch die sachgerechte Verpackung für die hygienische Qualität von Tiefkühlkost.
Während der gesamten Tiefkühlkette – von der Produktion über den Transport bis hin zur Lagerung in den Tiefkühlgeräten im Lebensmittelgeschäft – ist eine Mindesttemperatur von wenigstens minus 18 Grad gesetzlich vorgeschrieben. Bei diesen Minusgraden haben Bakterien, Hefen und Pilze keine Chance, aktiv zu werden. Strenge Qualitätskontrollen an allen Schnittstellen der Tiefkühlkette garantieren, dass die hygienische Sicherheit tiefgekühlter Lebensmittel erhalten bleibt.
Hygiene bis auf den Teller
Viele Hygienesünden passieren im Haushalt. Meist durch Unwissenheit der Verbraucher werden Lebensmittel beispielsweise falsch gelagert oder nicht ausreichend erhitzt. Mikroorganismen haben dann leichtes Spiel.
Auch beim Einkauf, bei der Lagerung und der Zubereitung von Tiefkühlkost ist die Verantwortung des Konsumenten gefragt, um die Tiefkühlkette auch zu Hause konsequent einzuhalten.
Die Experten des Tiefkühlinstitutes geben Tipps, wie die Top-Qualität tiefgekühlter Produkte erhalten bleibt:
Tiefkühlware sollte möglichst erst am Ende des Einkaufs im Geschäft in den Korb oder Einkaufswagen gelegt werden.
Isoliertaschen sind gut geeignet für den Transport. Bei sommerlichen Temperaturen sollte man eine Kühltasche mit Kühlakkus verwenden.
Die Temperatur des Gefriergerätes sollte bei mindestens minus 18 Grad Celsius oder darunter liegen. Ein Thermometer hilft die Temperatur zu überprüfen. Bei starker Vereisung kann sich die Temperatur erhöhen. Deshalb sollte das Gefriergerät ein- bis zweimal jährlich abgetaut werden. Bei No-Frost-Gefriergeräten geschieht das Abtauen in einem bestimmten Zeitzyklus automatisch.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf der Verpackung ist kein Verfallsdatum, nach dem das Produkt als verdorben anzusehen und zu beseitigen ist. Vielmehr liefert der Hersteller dem Verbraucher mit dem Hinweis „Mindestens haltbar bis ...“ eine Gewähr, dass bis zu diesem Datum die spezifischen Eigenschaften des Produktes garantiert sind. Dazu zählen beispielsweise Vitamin- und Mineralstoffgehalte, Geruch, Geschmack, Aussehen und Konsistenz. Der Blick auf das MHD auf den im Gefriergerät gelagerten Verpackungen lohnt sich also.
Tiefgefrorenes Fleisch, insbesondere Geflügel und Wild, sollte grundsätzlich für die Zubereitung aus der Verpackung genommen werden und in einer Schale – getrennt von anderen Lebensmitteln – aufgetaut werden. Das Tauwasser sollte anschließend in den Ausguss geschüttet werden, der danach mit heißem Wasser ausgespült wird. Alle Gegenstände und Flächen, die mit dem Tauwasser in Berührung gekommen sind sowie die Hände sofort gründlich mit heißem Wasser reinigen.
Am besten ist es, nur so viele Lebensmittel aus dem Gefriergerät zu nehmen, wie tatsächlich auch verbraucht werden. Denn werden einmal aufgetaute Produkte zu lange bei Raumtemperatur aufgehoben, haben Mikroorganismen günstige Bedingungen zum Wachstum.
Falls Lebensmittel doch einmal übrig bleiben, ist Wiedereinfrieren grundsätzlich möglich. Aber: Die Speisen sollten so schnell es geht wieder sachgerecht verpackt im Gefriergerät eingelagert werden. Denn sofortiges Wiedereinfrieren ist hygienisch besser als längeres Aufbewahren von Lebensmitteln im Kühlschrank bei Plustemperaturen.
Auch zu Hause gilt, dass alle zum Einfrieren bestimmten Lebensmittel verpackt werden müssen. Nur gefriergeeignete Materialien schützen vor dem Befall von Mikroorganismen. Gefrierbeutel, Kunststoff-Folien sowie Kunststoff-Dosen mit fest sitzendem Deckel sind optimal. Ungeeignet sind Plastiktüten und -beutel sowie Becher und Glasbehälter.
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