Was passiert mit den Vitaminen und Nährstoffen bei Tiefkühlkost?
Der entscheidende Vorteil von tiefgekühlten Lebensmitteln liegt in dem schonenden Erhalt der Frische über viele Monate hinweg. Die Produkte werden unmittelbar nach der Ernte, dem Fang oder der Verarbeitung bei den Herstellern schockgefrostet. Das Ergebnis sind qualitativ hochwertige Lebensmittel, bei denen der Nährwert, der Geschmack und der Genuss über einen längeren Zeitraum gesichert sind. So enthalten beispielsweise grüne Bohnen nach einem Jahr Tiefkühl-Lagerung bei minus 18 Grad Celsius noch 80 Prozent ihres ursprünglichen Vitamin C-Gehalts. Werden die Bohnen hingegen bei plus 4 Grad Celsius im Kühlschrank aufbewahrt, reduziert sich der Vitamin C-Gehalt bereits nach einer Woche auf knapp 40 Prozent. Noch drastischer ist der Vitaminabbau bei einer Raumtemperatur von plus 20 Grad Celsius: Nach bereits vier Tagen sind nur noch 20 Prozent Vitamin C in den grünen Bohnen vorhanden.
Was ist beim Einkauf von Tiefkühlkost im Lebensmittelgeschäft zu beachten?
Lebensmittel aus der Tiefkühlabteilung sollten erst am Ende des Einkaufs in den Wagen oder Korb wandern. Zum Transport von Tiefkühlkost nach Hause eignen sich besonders die praktischen und wieder verwendbaren Isoliertaschen oder Klappboxen. Dicht aneinander gelegte Tiefkühlpackungen bieten optimalen Kälteschutz. Tiefkühlprodukte, die nicht sofort verzehrt werden, sollten als Erstes im Gefriergerät eingelagert werden.
Kann man Tiefkühlkost wieder einfrieren?
Falls Speisen aus der Tiefkühlung einmal übrig bleiben, ist das wieder Einfrieren grundsätzlich möglich. Dies gilt vor allem für gegarte oder hoch erhitzte Speisen. Auch Lebensmittel, die lediglich aufgetaut werden müssen – wie Brötchen und Gemüse – können im Prinzip wieder zurück ins Tiefkühlfach. Das Entscheidende beim wieder Einfrieren ist, dass die Produkte mit möglichst tiefer Temperatur so schnell wie möglich wieder eingefroren werden. Sofortiges wieder Einfrieren ist hygienisch besser als längeres Aufbewahren von Lebensmitteln im Kühlschrank bei Plustemperaturen. Denn bei den Minustemperaturen im Gefriergerät haben Mikroorganismen keine Chance, sich zu vermehren.
Was versteht man unter der Tiefkühlkette?
Die Tiefkühlkette schafft eine lückenlose Verbindung zwischen der Produktion tiefgekühlter Lebensmittel und den Verwendern. Ein entscheidender Faktor für die Top-Qualität tiefgekühlter Lebensmittel ist daher die Einhaltung der notwendigen Temperaturen in allen Bereichen der Tiefkühlkette. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass innerhalb der gesamten Kette die Produkte mindestens eine Temperatur von minus 18 Grad Celsius haben müssen. Kurzfristige Schwankungen von höchstens drei Grad sind zulässig. Die Tiefkühlkette beginnt gleich nach dem Tiefgefrieren bei arktischen Temperaturen in den Tiefkühlhäusern der Hersteller. Bei diesen Minusgraden bleiben die Frische und die hohe Ausgangsqualität der Lebensmittel optimal erhalten. Im weiteren Schritt der Tiefkühlkette werden die Produkte in gekühlten und isolierten Spezialfahrzeugen oder Containern auf Straße oder Schiene transportiert. Anschließend gelangen sie in die Verkaufsgeräte des Lebensmittelhandels oder auch direkt zu den einzelnen Bereichen der Außer-Haus-Verpflegung wie Betriebsrestaurants, Schulen, Krankenhäuser und Gastronomie.
Warum sind Tiefkühlerbsen so intensiv grün?
Gemüse aus der Tiefkühlung, wie Erbsen und Bohnen, wirken intensiver grün als die so genannten frischen Produkte im Lebensmittelgeschäft oder vom Markt. Das knackige Aussehen verdankt Tiefkühlgemüse dem Blanchieren – also dem kurzen Überbrühen mit kochendem Wasser oder Dampf und dem anschließenden Abschrecken in kaltem Wasser – und dem darauf folgenden Tiefgefrieren. Durch die Hitze wird der natürliche grüne Farbstoff in diesen Gemüsearten verstärkt und durch das Schockfrosten erhalten. Das kurzzeitige kontrollierte Blanchieren ist optimal, um die Qualität der Produkte zu bewahren. So wird beispielsweise die Keimzahl auf der Oberfläche des Gemüses reduziert und die Nährstoffe bleiben bestmöglich geschont.
Wie kann Tiefkühlkost im Haushalt gelagert werden?
Lagerfächer für Tiefkühlkost in Kühl-/Gefriergeräten werden entsprechend den erreichbaren Temperaturen mit Sternen gekennzeichnet:
mindestens minus 6 Grad Celsius
mindestens minus 12 Grad Celsius
mindestens minus 18 Grad Celsius
mindestens minus 18 Grad Celsius und kälter
Die Aufbewahrungszeiten tiefgekühlter Lebensmittel sind je nach Produktart unterschiedlich. Hier sind die Herstellerangaben auf der Verpackung zu beachten.
Welche Verpackungen eignen sich zum Einfrieren Und welche nicht
Die Verpackung muss kältebeständig, stoß- und reißfest sowie dicht verschließbar sein. Nur so bleiben die Qualität, der Geschmack und der Genuss beim Selbst- oder wieder Einfrieren von Lebensmitteln erhalten. Zu den gefriergeeigneten Materialien zählen: Gefrierbeutel, Kunststoff-Folien und stapelbare Dosen aus Kunststoff mit fest sitzendem Deckel. Ungeeignete Materialien sind Pack- und Pergamentpapier, Plastik-Tragetaschen, Frühstücks- und Müllbeutel. Ebenfalls nicht verwenden sollte man Joghurt-, Margarine- oder Quarkbecher, die durch den Druck brechen können sowie Glas, das splittern kann.
Was ist der Unterschied zwischen dem industriellen Tiefgefrieren und dem selbst Einfrieren von Lebensmitteln im Gefriergerät zu Hause?
Bei der industriellen Schockfrostung werden die Produkte schlagartig auf Minustemperaturen heruntergekühlt. Die Zellflüssigkeit bildet bei diesem schnellen Verfahren – anders als beim deutlich langsameren Einfrieren von Lebensmitteln zu Hause – nur sehr kleine Eiskristalle, welche die empfindlichen Zellstrukturen nicht beschädigen können. Das Tiefgefrierverfahren gilt deshalb unter Ernährungswissenschaftlern als sehr schonende Methode, um den Nährwert und den Geschmack von Lebensmitteln über einen längeren Zeitraum optimal zu bewahren. Die schnelle Schockfrostung, wie sie bei den Tiefkühlherstellern eingesetzt wird, verhindert, dass sich in und zwischen den Zellen des Gefriergutes größere Eiskristalle bilden können. Kleine Eiskristalle beschädigen nicht die Zellwände, die intakt bleiben und den Zellsaft in der Zelle halten. Vitamine, Mineralien, wichtige Inhaltsstoffe und Geschmack bleiben geschützt. Die Saftigkeit des Lebensmittels wird erhalten. Beim Einfrieren zu Hause in handelsüblichen Gefriergeräten hingegen bilden sich langsam wachsende und deshalb relativ große Eiskristalle. Diese großen Kristalle können die empfindlichen Zellwände aufbrechen und die Zellstrukturen zerstören. Qualitätsverlust ist die Folge. Beispielsweise Saftverlust beim Auftauen, das Lebensmittel wird strohig. Wichtige Inhaltsstoffe fließen ab, Vitamine und natürliche Aromen werden schneller abgebaut.
Braucht man zur Haltbarmachung von Tiefkühlkost Konservierungsstoffe?
Nein – denn das industrielle Tiefgefrieren setzt alleine auf tiefe Kälte, um die Haltbarkeit der Produkte zu verlängern. Die schnelle Schockfrostung bei extrem tiefen Temperaturen garantiert, dass Frische, Nährwert, Geschmack und Genuss der Lebensmittel bestmöglich über einen längeren Zeitraum bewahrt bleiben. Deshalb kommt Tiefkühlkost zum Zwecke der Haltbarmachung ohne Konservierungsstoffe aus.
Was ist beim Auftauen wichtig?
Viele Lebensmittel aus der Tiefkühlung können unaufgetaut zubereitet werden. Dazu zählen beispielsweise Gemüse, Kartoffel- und Snackprodukte, Pizza und komplette Menüs. Separates An- oder Auftauen ist notwendig bei größeren Fleisch-, Fisch- und Geflügelstücken. Aufgetaut werden müssen ebenfalls Produkte, die ohne Erhitzen verzehrt werden wie Torten, geräucherter Fisch und Obst. Tipps für die Zubereitungsart und -dauer der Produkte finden die Verbraucher auf den Verpackungen. Grundsätzlich gilt:
Verpackungen vor dem An- und Auftauen entfernen,
Zeitangaben zur Dauer des An- und Auftauens auf den Verpackungen beachten,
Geflügel, Fisch und Fleisch aus hygienischen Gründen langsam im Kühlschrank auftauen und nicht bei Zimmertemperatur.
Die Auftauflüssigkeit von Fleisch kann beim Braten verwendet oder mit Bindemittel angerührt der Soße zugesetzt werden. Der Fleischsaft sollte bis zum Zubereiten der Soße im Kühlschrank aufbewahrt und die Soße gut durchgekocht werden.
Wichtig beim Auftauen von rohem Geflügel ist, dass die Auftauflüssigkeit wegen der Salmonellengefahr unbedingt weggeschüttet werden muss.
Kann man die Produkte noch essen, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist?
Grundsätzlich ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) weder das letzte Verkaufs- noch das Verfallsdatum. Es ist vielmehr der Zeitpunkt, bis zu dem ein Lebensmittel mindestens seine gute Qualität behält. Deshalb wird empfohlen, Produkte möglichst innerhalb ihrer Mindesthaltbarkeitszeit zu verwenden. Tiefgekühlte Lebensmittel, die innerhalb des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht verbraucht werden, sind auch danach durchaus noch von guter Qualität. Voraussetzungen dafür sind unter anderem eine optimale Lagerung bei ausreichenden Minustemperaturen und eine unbeschädigte Verpackung. Tiefkühlhersteller haben eine Reservelagerzeit vorgesehen. Wie lange diese ist, hängt unter anderem auch von der Art und Zusammensetzung der Lebensmittel ab. Ganz allgemein gilt: magere Produkte können in aller Regel länger bevorratet werden als fetthaltige, rohe Lebensmittel länger als bereits gegarte. Die Produkte sollten aber nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zuerst verbraucht werden.
Wie sichern die Hersteller die hohe Qualität ihrer Tiefkühlprodukte?
Grundsätzlich gilt: Es werden nur qualitativ hochwertige Lebensmittel verwendet und diese werden innerhalb kürzester Zeit bei sehr niedrigen Temperaturen durch Schockfrostung haltbar gemacht. Zudem müssen die Rohwaren genau den Anforderungen der Hersteller von Tiefkühlkost entsprechen, so dass beispielsweise der Anbau von Gemüse durch ständige Qualitätsuntersuchungen überwacht wird und die Ernte erst wenige Stunden vor der Weiterverarbeitung beginnt. Fische werden sogar meist schon an Bord des Fangschiffes tiefgefroren. Die strengen Kriterien der Qualitätssicherung gelten auch während der gesamten Produktion bis hin zur Verpackung, der Lagerung und dem Vertrieb der Produkte.
Was ist mit der hygienischen Sicherheit von Tiefkühlkost?
Bei Tiefkühlkost ist der Verbraucher auf der hygienisch sicheren Seite. Mikroorganismen, die gesundheitsgefährdend sind wie beispielsweise Salmonellen, brauchen zur Vermehrung günstige Bedingungen. Feuchtigkeit und Nährstoffe, aber vor allem angenehme Temperaturen möglichst im Plusbereich, sind optimal und begünstigen das Wachstum. Beim industriellen Tiefgefrieren haben Mikroorganismen aufgrund der tiefkalten Temperaturen keine Chance zur Vermehrung. Neben der Kälte sorgt auch die sachgerechte Verpackung für die hygienische Qualität von Tiefkühlkost.
Schütteltest – ja oder nein?
Der Schütteltest wird häufig als Mittel zur Überprüfung empfohlen, ob die Tiefkühlkette eingehalten wurde. Die Vermutung: Lässt sich der Inhalt nicht schütteln, ist das Produkt zuvor auf- oder angetaut und später wieder zusammen gefroren. Diese Annahme ist falsch! Denn Eiskristalle können sich auch bei Temperaturen von mindestens minus 18 Grad Celsius und kälter bilden und somit zu einem Aneinanderhaften der Produkte führen. Mehr noch: Wer Tiefkühlprodukte schüttelt, riskiert sogar, dass die Qualität der Lebensmittel leidet. Beispielsweise können Brokkoli-Röschen auseinander brechen, Erbsen an den Zellwänden platzen oder die Panade kann abbröckeln.
Deshalb: Hände weg vom Schütteltest!
Was tun, wenn das Tiefkühlgerät zu Hause ausfällt?
Tiefgekühlte Lebensmittel sind nicht automatisch verdorben, wenn das Haushalt-Gefriergerät nicht mehr richtig tiefkühlt. Solange die Ware noch nicht an- oder aufgetaut ist und die Erhöhung der Temperatur im Gefrierbereich nur relativ kurze Zeit – einen Tag – bestanden hat, ist der Verzehr bzw. das wieder Einfrieren der Lebensmittel gesundheitlich unbedenklich. Vorsichtig sein sollte man jedoch bei empfindlichen Lebensmitteln wie Hackfleisch oder Rohgeflügel. Diese Produkte sollten nach dem Ausfall der Tiefkühlung nicht wieder eingefroren werden. Vor dem möglichen Verzehr sollten die Produkte auf jeden Fall gut durchgebraten werden. Die Betriebsstörung des Gefriergerätes zu Hause kann unter anderem folgende Ursachen haben: Ausfall des Temperaturreglers, defektes Kälteaggregat, der Stecker sitzt nicht richtig oder ein Stromausfall. Als Maßnahmen empfiehlt das Tiefkühlinstitut:
Stecker, gegebenenfalls die Sicherung überprüfen.
Gerät möglichst nicht öffnen: Ein geschlossenes Gerät bewahrt die Kälte über längere Zeit.
Die in der Produktinformation und Gebrauchsanweisung für das Gerät angegebenen Lagerzeiten bei einer Störung beachten.
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