Wertschöpfungs­kette TK

Die Tiefkühlbranche ist äußerst vielseitig, da nahezu alle Lebensmittel auch tiefgefroren angeboten werden können. Dementsprechend vielfältig sind die Wertschöpfungsketten, die zur Tiefkühlbranche gehören. Auf Agrarebene und einigen Vorverarbeitungsstufen sind die Wertschöpfungsketten vom Prinzip identisch mit denen der nicht tiefgekühlten Produkte. Ab einem bestimmten Zeitpunkt, der von Produkt zu Produkt variiert, weisen sie jedoch den entscheidenden Unterschied auf: Die Produkte werden zur Konservierung tiefgefroren.

Herstellung der TK-Produkte
Auch wenn die spezifischen Wertschöpfungsketten unterschiedlich sind, sie haben Gemeinsamkeiten:

Zunächst erfolgt die landwirtschaftliche Erzeugung der Rohwaren. Bei allen Produkten sind Transporte und Lagerung notwendig: ungekühlt, gekühlt und tiefgekühlt – je nach Zutaten und nötigen Verarbeitungsschritten. Alle Produkte müssen in geeigneten Materialien verpackt werden, zumeist mehrfach, d. h. vor und nach der Verarbeitung. Alle Produkte werden nach dem letzten Verarbeitungsschritt tiefgekühlt. Alle Produkte erfordern eine Lagerung bei mindestens –18 °C.

Dies zeigt, dass neben den lebensmittelüblichen Nachhaltigkeitsthemen wie Produktqualität, Wasserverbrauch, Auswirkungen auf die Biodiversität, Treibhausgasemissionen, Überdüngung, Pestizidemissionen, Ressourceneffizienz und Reduktion von Abfällen, Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Tierwohl insbesondere auch die Auswirkungen durch den Einsatz von Energie zur Tiefkühlung sowie Kältemitteln einen Kern der Nachhaltigkeitsaktivitäten der Tiefkühlbranche darstellen.

TK-Logistik
Da tiefgekühlte Produkte bis zum Verbrauch nicht auf- oder antauen dürfen, wird ergänzend zum Energieverbrauch beim Transport und der Lagerung auch Energie benötigt, um durchgängig eine Temperatur von mindestens –18 °C aufrechtzuerhalten. Temperaturschwankungen beim Versand oder beim „örtlichen Vertrieb“ dürfen höchstens 3 °C betragen.

Ein besonderes Augenmerk wird in der Logistik generell auf die weitere Reduktion von Treibhausgasemissionen beim Verbrauch von fossilen Kraftstoffen gelegt. In der Tiefkühlbranche werden zusätzlich der Energieverbrauch durch den Kälteanlagenbetrieb sowie die Emissionen von klimarelevanten Kältemitteln beachtet, auch wenn die Anteile von Lagerung und Transport an der Klimabilanz entlang des Produktlebenswegs von Tiefkühlware vergleichsweise gering sind (siehe Klimabilanz Tiefkühlkost). Bereits heute sind energiesparende Technik und natürliche Kältemittel Nachhaltigkeitsthemen, die insbesondere bei den Logistikern (TK-Transportunternehmen und Tiefkühlhausbetreiber) und den TK-Technikherstellern ganz oben auf der Agenda stehen.