Lebensmittelverschwendung geht uns alle an.

Die Studie der GfK (2020) 1 für das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung weist nach: 113 kg Lebensmittel werden pro Haushalt pro Jahr weggeworfen! Das entspricht 4,6 Mio. Tonnen auf alle Hasuahlte hochgerechnet. Die Haushalte sehen ihr eigenes Verhalten durchaus kritisch und sehen 40% der Lebensmittelabfälle als vermeidbar an. Als häufigster Grund für das Wegwerfen wurden Haltbarkeitsprobleme genannt.

Die Lebensmittelabfälle, die vermieden werden können, setzen sich zu einem hohen Anteil (62 Prozent) aus leicht verderblichen Lebensmitteln zusammen: Ein Drittel davon sind frisches Gemüse (18 Prozent) und Obst (17 Prozent). Hinzu kommen Backwaren (13 Prozent), Milchprodukte (neun Prozent) sowie frisches Fleisch, Wurst und Fisch (vier Prozent). Einen ebenfalls großen Anteil am vermeidbaren Lebensmittelabfall haben zubereitete Speisen (15 Prozent) und Getränke (zwölf Prozent).

Tiefkühlprodukte wurden in der Studie gemeinsam mit anderen Fertigprodukten und Konserven erfasst und machten zusammen weniger als 6 Prozent der vermeidbaren Lebensmittelabfälle aus.

1GfK SE, 2020: Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten in Deutschland, Analyse der Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung 2020, hier abrufbar

  • Tiefgekühlte Lebensmittel werden weniger weggeworfen als frische Produkte!

    Eine repräsentative Umfrage der Innofact AG im Auftrag des dti aus dem Jahr 2021* zeigt, dass die Befragten ausgewählte Tiefkühlprodukte seltener wegwarfen als vergleichbare frische Produkte. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Tiefkühlprodukte dazu beitragen können, Lebensmittelverschwendung im Alltag zu reduzieren.

    Rund die Hälfte der Befragten (49 %) haben noch nie Tiefkühlprodukte aus den Warengruppen Obst/Gemüse, Fleisch/Geflügel, Fisch/Meeresfrüchte, Brötchen Torten/Kuchen und Pizza/Fertiggerichte entsorgt. Nicht-tiefgekühlte Lebensmittel der gleichen Warengruppen landeten dagegen wesentlich häufiger in der Tonne: Nur ein Viertel (26 %) will diese Lebensmittel noch nie entsorgt haben. Damit wird deutlich, dass tiefgekühlte Lebensmittel einen wichtigen Lösungsbeitrag zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung leisten.

    Obst und Gemüse sowie Backwaren werden von den Verbraucher:innen am häufigsten entsorgt: Nur 9 Prozent der Befragten haben noch nie frisches Obst oder Gemüse weggeworfen. Tiefgekühltes Obst und Gemüse landeten hingegen 44 Prozent der Konsument:innen noch nie im Abfall. Bei der Kategorie der Backwaren zeigt sich ein ähnliches Bild. Nur 2 von 10 Konsument:innen (22 %) haben noch nie frische Brötchen weggeworfen. Tiefgekühlte Brötchen schneiden im Vergleich deutlich besser ab - sie wurden von mehr als der Hälfte der Befragten (52 %) noch nie entsorgt.


  • Wissenschaftliche Studien stützen den „TK-Effekt“

    Eine Studie2 der Sheffield Hallam University (UK) konnte durch die Befragung von 83 Haushalten zeigen, dass Tiefkühlprodukte um 47 % seltener verschwendet werden als frische Lebensmittel. Bei einer Ernährungsweise, die Tiefkühlprodukte beinhaltet, kann durch diese Tatsache zudem die Entstehung von klimaschädlichen Treibhausgasen vermindert werden.

    Eine neue Studie der Universitäten von Lincoln, Holbeach (UK) und Wien (A)3 weist darauf hin, dass die Verbraucher mehr auf die wichtige Rolle der Haltbarmachung von Lebensmitteln aufmerksam gemacht werden müssen, denn diese erleichtern Haushalten die praxisnahe Umsetzung des Zieles, ihre Lebensmittelverluste zu verringern. Mit Hilfe der GfK wurden 2.800 Verbraucher zu ihrem Einkaufsverhalten bei frischen und gefrorenen Lebensmitteln repräsentativ befragt. Das Ergebnis: 9,3% des gesamten frischen Einkaufs, aber nur 1,6% des TK-Einkaufes wurden weggeworfen. In dieser Untersuchung lag die ermittelte Wegwerfrate des erfassten Frischeeinkaufs damit rund 5,8-mal höher als die des erfassten TK-Einkaufs. In Kilogramm ausgedrückt: 37,5 kg des Frischeeinkaufs landen im Müll, dagegen nur 6,5 kg des TK-Einkaufs pro Jahr.

    1 = TNS Infratest-Umfrage (2011): Durchführung von 1.500 Bruttointerviews, davon 979 in der Zielgruppe im Befragungszeitraum 25.10./27.10/29.10.2011
    2 = Martindale, Wayne (2013): Using consumer surveys to determine food sustainability. British Food Journal, Vol. 116 No. 7, 2014
    3 = Wayne Martindale, Walter Schiebel (2017) The impact of food preservation on food waste, British Food Journal, Vol. 119 Issue 12, PP 2510-2518

  • Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum bei TK?

    Mit dem MHD geben die Lebensmittelhersteller an, bis wann das Lebensmittel unter den auf der Verpackung angegebenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften wie Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack mindestens behält. Für Tiefkühlprodukte ist die MHD-Angabe in „Monat/Jahr“ gesetzlich vorgeschrieben.

    Für den Verbraucher ist das MHD – das gleichzeitig auch ein Qualitätsversprechen der Hersteller ist – eine der wichtigsten Orientierungshilfen, um erkennen zu können, bis zu welchem Datum ein bestimmtes Produkt mindestens in gewohnter Qualität genossen werden kann.

    Bei sachgerecht gelagerten Tiefkühlprodukten bedeutet das Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht automatisch, dass das Lebensmittel nicht mehr verzehrfähig ist. Ob ein Produkt noch die gewünschten sensorischen Eigenschaften aufweist und genießbar ist, sollte im Einzelfall geprüft und selbst entschieden werden.
  • Was tut die Tiefkühlwirtschaft selbst gegen Lebensmittelverschwendung?

    In der Lebensmittelherstellung gilt: Abfälle sind soweit möglich zu vermeiden. Das regelt u.a. § 6 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der Produktion ist aus ökonomischer Sicht ohnehin geboten, sie hat in der Tiefkühlwirtschaft aber auch aus ökologischer und ethischer Perspektive eine hohe Priorität. Die Branche hat daher schon vor langer Zeit, Maßnahmen etabliert, um Lebensmittelabfälle zu reduzieren und arbeitet kontinuierlich an der weiteren Optimierung von Technologien und Produktionsprozessen.

    Tiefkühlprodukte können auch für die Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Ernteverlusten leisten. Durch die Verarbeitung von Rohwaren zu Tiefkühlprodukten können landwirtschaftliche Erzeugnisse zeitnah weiterverarbeitet und durch Tiefkühlung haltbar gemacht werden.

    Wenn Tiefkühlprodukte einmal doch nicht in den Verkauf gelangen können, dann arbeiten die TK-Unternehmen mit der Tafelorganisation zusammen. Durch das ehrenamtliche Engagement der Tafeln e.V. können wertvolle Lebensmittel bedürftigen Menschen zu gute kommen.
  • Engagement des dti gegen Lebensmittelverschwendung

    Dem dti liegt als Branchenverband der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung sehr am Herzen. Seit vielen Jahren unterstützen wir den Bundesverband Deutsche Tafeln e.V. bei der Vermittlung von Kontakten zu unseren Mitgliedsunternehmen und rufen diese zur Zusammenarbeit auf.

    Das dti hat stellvertretend für die Branche die "Grundsatzvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen zwischen dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und Verbänden der deutschen Landwirtschaft, Ernährungs- und Lebensmittel-wirtschaft sowie der Gastronomie und der Hotellerie" unterzeichnet. Ziel dieser Vereinbarung ist es, die vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette und in privaten Haushalten wirksam zu reduzieren, um den mit der Produktion, der Vermarktung und dem Konsum von Lebensmitteln in Deutschland verbundenen Ressourceneinsatz effizienter und nachhaltiger zu gestalten (Präambel der Grundsatzvereinbarung).

    Als Mitglied im Verein „United Against Waste e.V.“ setzen wir uns für Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittel-verschwendung in der Außer-Haus-Verpflegung aktiv ein.

    In Richtung Verbraucher klären wir regelmäßig über die Haltbarkeit, Sicherheit und Qualität von Tiefkühlprodukten auf. Das beinhaltet auch die Aufklärung über die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums bei TK.

    Im Jahr 2021 hat das dti gemeinsam mit dem ZNU und fjol ein Projekt mit Unternehmen der Branche gestartet - den Check Food Waste -, um Unternehmen zu befähigen ihre Lebensmittelverluste systematisch und wissenschaftlich fundiert zu erfassen. Auf dieser soliden Datenbasis ist es für die Unternehmen möglich betriebsindividuelle Maßnahmen zur Reduktion zu ergreifen und systematisch ihren Fortschritt zu überprüfen. Die ersten Zwischenergebnisse zeigen, dass fertigproduzierte Lebensmittel so gut wie nie im Abfall landen. Im September 2022 wurde der wissenschaftliche Report des Pilotprojekts veröffentlicht und beschreibt die Ergebnisse der teilnehmenden Unternehmen zur Erfassung und Reduzierung von Lebensmittelverlusten.