Lebensmittelverschwendung geht uns alle an.

Nach Schätzungen der Universität Stuttgart1 landen in Deutschland jedes Jahr 11 Mio. Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. In den Privathaushalten werden durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen – eine Menge, die etwa zwei vollgepackten Einkaufswagen entspricht.

Die Gründe dafür sind vielfältig: mangelnde Einkaufsplanung, unsachgemäße Lagerung, ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum. Oft reicht es schon, wenn ein Lebensmittel nicht mehr ganz frisch aussieht. Nicht zuletzt deshalb machen Obst und Gemüse fast die Hälfte des Lebensmittelabfalls im Haushalt aus. Danach folgen Back- und Teigwaren sowie Speisereste.

Wer Lebensmittelabfälle reduziert, der schont nicht nur die Umwelt, sondern auch seinen Geldbeutel. Nach Berechnungen aus der Stuttgarter Studie wären Einsparungen im Wert von rund 235 Euro pro Person und Jahr möglich.

1 Universität Stuttgart, Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (gefördert durch den Deutschen Bundestag): Ermittlung der weggeworfenen Lebensmittelmengen und Vorschläge zur Verminderung der Wegwerfrate bei Lebensmitteln in Deutschland, 2012

  • Tiefgekühlte Lebensmittel werden weniger weggeworfen als frische Produkte!

    Durch die Verwendung von Tiefkühlprodukten (TK-Produkten) werden signifikant weniger Lebensmittel verschwendet als bei der Verwendung von frischen Produkten. TK-Produkte werden von Verbrauchern wenig bzw. gar nicht weggeworfen werden. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage1 aus dem Jahr 2011, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Deutschen Tiefkühlinstituts durchgeführt hat: Demnach haben fast 90 % der Befragten bisher mindestens ein frisches Lebensmittel (oder Teile davon) zumindest selten weggeworfen. Im Vergleich dazu: Nur gut ein Viertel der Befragten (29 %) warf hingegen tiefgekühlte Lebensmittel weg.



    Besonders deutlich wird dieser Unterschied bei frischem Obst und Gemüse. Nur jeder Fünfte der regelmäßigen Käufer (18,8 %) gibt an, diese Produkte „noch nie“ im Müll entsorgt haben. Bei Tiefkühlprodukten waren es hingegen fast 80 % (78,7 %), die angaben, TK bislang nie weggeworfen zu haben.

    Auch Backwaren aus der Tiefkühltruhe landen wesentlich seltener auf dem Müll als Frische: Während mehr als die Hälfte (55 %) schon einmal frische Brötchen, Torten oder Kuchen vor dem Verzehr oder der Zubereitung weggeworfen hat, waren es bei den entsprechenden Tiefkühlprodukten weniger als ein Viertel der Befragten (24 %).
  • Wissenschaftliche Studien belegen den „TK-Effekt“

    Eine Studie2 der Sheffield Hallam University (UK) konnte durch die Befragung von 83 Haushalten zeigen, dass Tiefkühlprodukte um 47 % seltener verschwendet werden als frische Lebensmittel. Bei einer Ernährungsweise, die Tiefkühlprodukte beinhaltet, kann durch diese Tatsache zudem die Entstehung von klimaschädlichen Treibhausgasen vermindert werden.

    Eine neue Studie der Universitäten von Lincoln, Holbeach (UK) und Wien (A)3 weist darauf hin, dass die Verbraucher mehr auf die wichtige Rolle der Haltbarmachung von Lebensmitteln aufmerksam gemacht werden müssen, denn diese erleichtern Haushalten die praxisnahe Umsetzung des Zieles, ihre Lebensmittelverluste zu verringern. Mit Hilfe der GfK wurden 2.800 Verbraucher zu ihrem Einkaufsverhalten bei frischen und gefrorenen Lebensmitteln repräsentativ befragt. Das Ergebnis: 9,3% des gesamten frischen Einkaufs, aber nur 1,6% des TK-Einkaufes wurden weggeworfen. Die Wegwerfrate liegt also fast 6 Mal höher. In Kilogramm ausgedrückt: 37,5 kg des Frischeeinkaufs landen im Müll, dagegen nur 6,5 kg des TK-Einkaufs pro Jahr. Ein guter Grund mehr, öfter zur TK-Alternative zu greifen.

    1 = TNS Infratest-Umfrage (2011): Durchführung von 1.500 Bruttointerviews, davon 979 in der Zielgruppe im Befragungszeitraum 25.10./27.10/29.10.2011
    2 = Martindale, Wayne (2013): Using consumer surveys to determine food sustainability. British Food Journal, Vol. 116 No. 7, 2014
    3 = Wayne Martindale, Walter Schiebel (2017) The impact of food preservation on food waste, British Food Journal, Vol. 119 Issue 12, PP 2510-2518

  • Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum bei TK?

    Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) hat bei Tiefkühlprodukten eine besondere Bedeutung, denn tiefgekühlte Produkte sind grundsätzlich sehr lange haltbar – bei nahezu gleichbleibender Qualität.

    Mit dem MHD geben die Lebensmittelhersteller an, bis wann das Lebensmittel unter den auf der Verpackung angegebenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften wie Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack mindestens behält. Für Tiefkühlprodukte ist die MHD-Angabe in „Monat/Jahr“ gesetzlich vorgeschrieben.

    Für den Verbraucher ist das MHD – das gleichzeitig auch ein Qualitätsversprechen der Hersteller ist – eine der wichtigsten Orientierungshilfen, um erkennen zu können, bis zu welchem Datum ein bestimmtes Produkt mindestens in gewohnter Qualität genossen werden kann.

    Tiefkühlprodukte sind jedoch auch noch weit über das MHD hinaus essbar und stellen bei Verzehr keine Gesundheitsgefährdung dar. Ob ein Lebensmittel dann aber wirklich noch die vom Verbraucher gewünschten sensorischen Qualitätseigenschaften besitzt und noch genießbar ist, muss jeder im Einzelfall prüfen und für sich selbst entscheiden.
  • Was tut die Tiefkühlwirtschaft selbst gegen Lebensmittelverschwendung?

    In der Lebensmittelherstellung gilt: Abfälle sind soweit möglich zu vermeiden. Das regelt u.a. § 6 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Die Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der Produktion ist aus ökonomischer Sicht ohnehin geboten, sie hat in der Tiefkühlwirtschaft aber auch aus ökologischer und ethischer Perspektive eine hohe Priorität. Die Branche hat daher schon vor langer Zeit, Maßnahmen etabliert, um Lebensmittelabfälle auf ein Minimum zu reduzieren.

    Maßnahmen zur weiteren Optimierung von Technologien und Produktionsprozessen werden von den Unternehmen der Tiefkühlwirtschaft kontinuierlich vorgenommen, jedoch sind die Möglichkeiten des technologisch Machbaren weitestgehend ausgeschöpft.

    Tiefkühlprodukte leisten auch für die Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Ernteverlusten, da meist die gesamte Ernte frisch und saisonal weiterverarbeitet und durch die zeitnahe Tiefkühlung bei Erhalt der hochwertigen Qualität konserviert werden kann.

    Wenn Tiefkühlprodukte einmal doch nicht in den Verkauf gelangen können, dann arbeiten die TK-Unternehmen mit der Tafelorganisation zusammen. Durch das ehrenamtliche Engagement der Tafeln e.V. können wertvolle Lebensmittel bedürftigen Menschen zu gute kommen.
  • Engagement des dti gegen Lebensmittelverschwendung

    Dem dti liegt als Branchenverband der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung sehr am Herzen. Seit vielen Jahren unterstützen wir den Bundesverband Deutsche Tafeln e.V. bei der Vermittlung von Kontakten zu unseren Mitgliedsunternehmen und rufen diese zur Zusammenarbeit auf.

    Als Mitglied im Verein „United Against Waste e.V.“ setzen wir uns für Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung in der Außer-Haus-Verpflegung aktiv ein.

    In Richtung Verbraucher klären wir regelmäßig über die Haltbarkeit, Sicherheit und Qualität von Tiefkühlprodukten auf. Das beinhaltet auch die Aufklärung über die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums bei TK.