Tiefkühllexikon
Beschreibung:
Stromausfall: Was tun mit Tiefkühlkost im Gefrierschrank?
Ein Stromausfall ist ärgerlich – besonders, wenn es um die Haltbarkeit von Tiefkühlkost geht. Doch mit dem richtigen Verhalten lassen sich viele Produkte retten. Wichtig ist, die Gefrierschranktür geschlossen zu halten und nach dem Stromausfall genau zu prüfen, welche Lebensmittel noch genießbar sind. Im Zweifelsfall gilt: lieber entsorgen als riskieren.
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Welche Maßnahmen sind bei einem Stromausfall wichtig?
- Das Tiefkühlgerät während eines Stromausfalls möglichst wenig öffnen und keine weiteren Lebensmittel einlagern. Ein geschlossenes Gerät bewahrt die Kälte über längere Zeit. Besonders gut isolierte oder vollständig gefüllte Geräte bieten eine lange Kältereserve.
- Die in der Produktinformation und Bedienungsanleitung für das Gerät angegebenen Lagerzeiten bei Störung bzw. Stromausfall beachten.
- Bei länger anhaltender Störung oder wenn die Ausfallzeit des Gerätes nicht bekannt ist, den Gefrierzustand (bspw. Beschaffenheit, Farbe) der tiefgefrorenen Lebensmittel überprüfen. Vor der möglichen Zubereitung nach dem Prinzip Sehen-Riechen-Schmecken die tiefgefrorenen Lebensmittel bewerten und ggfs. entsorgen, um kein gesundheitliches Risiko einzugehen.
- Nachdem die Störung behoben ist, Gerät wieder in Betrieb nehmen. Dabei die Hinweise in der Bedienungsanleitung beachten.
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Was empfehlen die Hersteller von Tiefkühlgeräten?
Während eines Stromausfalls steigt die Temperatur im Tiefkühlgerät, dadurch verkürzt sich die Lagerzeit und die Qualität der Tiefkühlkost verringert sich.
Je nach Gefriergerät (Isolation, Beladungszustand, etc.) und Umgebungsbedingungen variiert die Aufwärmzeit nach dem Stromausfall. Die Hersteller von Tiefkühlgeräten geben in den technischen Gerätedaten als Richtwert die ungefähre Lagerzeit des Gefriergutes bei Stromausfall an. Diese Angabe findet man im Produktdatenblatt, auf dem Gerätelabel des Gefriergerätes oder auch auf der Webseite des Herstellers.
Die Angabe "Lagerzeit bei Störung" gibt die ungefähre Anzahl der Stunden an, bis die Temperatur des Gefriergutes bei Stromausfall bzw. einer Gerätestörung von -18°C auf -9°C ansteigt. Die angegebene Stundenzahl dient nur der Orientierung und kann in Abhängigkeit von Umgebungstemperatur, Beladung, Isolation etc. variieren. -
Was passiert mit tiefgefrorenen Lebensmitteln, wenn der Strom ausfällt?
Tiefgefrorene Lebensmittel sind nicht automatisch verdorben, wenn das Gefriergerät durch einen Stromausfall nicht mehr tiefkühlt.
Prinzipiell gilt:
Solange die Ware noch nicht an- oder aufgetaut ist und die Temperaturerhöhung im Gefrierbereich nur relativ kurze Zeit (1 Tag) bestanden hat, ist ein Verzehr bzw. das Wiedereinfrieren der Produkte gesundheitlich unbedenklich.
Die Qualität der Lebensmittel sollte aber unmittelbar nach dem Wiederkehren des Stroms überprüft werden.
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Wie beurteilt man die Qualität von Tiefkühlkost nach dem Stromausfall ?
- Die Qualität der von dem Stromausfall betroffenen TK-Lebensmittel nach dem Prinzip Sehen-Riechen-Schmecken beurteilen.
- Gegarte Speisen sowie rohe pflanzliche Lebensmittel können nach einer Kühllagerung (max. +7 °C) zeitnah verbraucht oder auch wieder eingefroren werden.
- Bei rohen tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchten, die durch den Stromausfall angetaut sind, ist eine sorgsame Handhabung besonders wichtig, da das mikrobiologische Risiko erhöht ist. Daher sollten diese Lebensmittel nicht wieder eingefroren werden. Das angetaute Gefriergut grundsätzlich gut kochen oder durchbraten. Danach ist Kühllagerung oder erneutes Einfrieren möglich.
- Aufgetautes Speiseeis sollte entsorgt werden.
Autorin: Claudia Sommer, Referentin Ernährung und Außer-Haus-Verpflegung