Tiefkühlprodukte – Frische Vielfalt, unbeschwerter Genuss
Unsere Lebensmittelwirtschaft bietet Tausende sichere und hochwertige Lebensmittel: für jeden Geschmack, jede Ernährungsvorliebe und jeden Lebensstil. Alle Lebensmittel werden in Deutschland nach den strengen Vorgaben des EU-Lebensmittelrechts hergestellt und von den Behörden kontrolliert. [1] Die Lebensmittelsicherheit und der gesundheitliche Verbraucherschutz haben dabei oberste Priorität.
Dennoch machen sich viele Menschen Sorgen, ob es ungesund ist, verarbeitete Lebensmittel zu konsumieren. Diese Sorgen gehen oft auf Medienberichte über wissenschaftliche Studien zurück, die mögliche Risiken sogenannter „hochverarbeiteter“ Lebensmittel für die Gesundheit untersuchen.
Auch einige Tiefkühlprodukte werden in den Medien als Beispiele für „hochverarbeitete“ Lebensmittel genannt, deren Verzehr, so die Behauptung, als gesundheitsschädlich dargestellt wird.
Die Expert:innen für Qualität und Lebensmittelsicherheit des Deutschen Tiefkühlinstituts e. V. (dti) haben sich deshalb die Diskussion rund um „verarbeitete Lebensmittel“ einmal genauer angesehen.
Unser Fazit:
Eine generelle Ablehnung industriell hergestellter und verarbeiteter Lebensmittel ist wissenschaftlich gesehen nicht haltbar. Die Verarbeitung von Lebensmitteln ist seit Jahrtausenden Teil unserer Kultur – und oftmals Voraussetzung dafür, dass Lebensmittel überhaupt genießbar, bekömmlich oder haltbar sind.
Jeder Haushalt verarbeitet Lebensmittel. Wir kochen, backen oder frieren ein. Genau dasselbe passiert in der Lebensmittelindustrie – nur mit größeren Töpfen, Rührgeräten und Mengen! Gerade die Tiefkühlung kommt übrigens dank der natürlichen Schockfrostung ohne künstliche Konservierungsstoffe aus, weil die Lebensmittel direkt nach Ernte, Fang oder Schlachtung sehr schnell bei tiefen Temperaturen eingefroren werden. Tiefgekühlte Lebensmittel kommen durch die Kraft der Kälte sogar weitestgehend ohne Zusatzstoffe aus.
Bei der Frage, ob ein Lebensmittel ernährungsphysiologisch günstig ist oder nicht, spielt es keine Rolle, wie stark es verarbeitet wurde oder wer es verarbeitet hat – und wo.
Entscheidend für eine gesunde Ernährung sind vielmehr die Auswahl der Zutaten und die daraus resultierende Nährstoffzusammensetzung. Ausschlaggebend ist auch, ob die Lebensmittelauswahl insgesamt abwechslungsreich und vielfältig ist und wie der gesamte Lebensstil aussieht. Zu einem gesunden Lebensstil gehört auch ein ausreichendes Maß an Bewegung und Sport.
Für alle, die mehr wissen wollen, bieten wir hier ein fachlich fundiertes Informationsangebot für Verbraucher:innen, die sich selbst informieren wollen.
Häufig gestellte Fragen
Verarbeitung von Lebensmitteln
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Was bedeutet der Begriff 'verarbeitete Lebensmittel'?
Was bedeutet der Begriff „verarbeitete Lebensmittel"?"
Der Ausdruck „Verarbeitung“ [2] bezeichnet „eine wesentliche Veränderung des ursprünglichen Erzeugnisses“, um es beispielsweise haltbarer, schmackhafter oder besser verträglich zu machen und die Aufnahme wichtiger Nährstoffe verbessern. Dazu gehört beispielweise, das Produkt zu kochen, „einzumachen“ oder einzufrieren, es zu räuchern, zu pökeln, zu trocknen oder zu marinieren. Viele Lebensmittel, die wir jeden Tag essen, sind verarbeitet. Und jede:r von uns verarbeitet Lebensmittel im eigenen Haushalt!
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Welche Vorteile hat die Verarbeitung von Lebensmitteln?
Welche Vorteile hat die Verarbeitung vom Lebensmitteln?
Menschen verarbeiten Lebensmittel schon seit Jahrtausenden. Die Verarbeitung von Lebensmitteln hat mehrere Vorteile: Sie macht die daraus entstehende Nahrung zum Beispiel essbar, sicher, gesund, haltbar oder bekömmlicher.

- Längere Haltbarkeit
Durch Verfahren wie Trocknen, Einfrieren oder Konservieren verderben Lebensmittel langsamer – sie bleiben also länger genießbar und verringern Lebensmittelverschwendung und Ernteverluste.
- Sicherheit
Beim Erhitzen oder Pasteurisieren werden schädliche Keime und Bakterien abgetötet. Das schützt vor Lebensmittelvergiftungen.
- Flexibilität
Viele verarbeitete Produkte sind schnell zubereitet oder sofort verzehrfertig – das ist praktisch für den Alltag.
- Bessere Verfügbarkeit und Vielfalt
Verarbeitete Lebensmittel sind ganzjährig erhältlich, auch wenn die Erntezeit vorbei ist (z. B. Tiefkühlobst).
- Geschmack und Konsistenz
Verarbeitung kann Lebensmittel schmackhafter und abwechslungsreicher machen – etwa durch Würzen, Rösten oder Backen.
- Bessere Nährstoffverfügbarkeit
Manche Verfahren helfen, Nährstoffe zu erhalten oder sogar besser verfügbar zu machen – z. B. durch Erhitzen oder Fermentation.
- Reduzierung von Lebensmittelverschwendung
Durch Verarbeitung können Lebensmittelreste weiterverwendet oder länger gelagert werden – das hilft, Abfall zu vermeiden.
- Anpassung an spezielle Ernährungsbedürfnisse
Verarbeitung ermöglicht die Herstellung von Produkten, die auf besondere Bedürfnisse abgestimmt sind, z. B. glutenfreie Backwaren, laktosefreie Milchprodukte oder salzarme Fertiggerichte.
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Warum verarbeiten wir Lebensmittel?
Warum verarbeiten wir Lebensmittel?
Menschen verarbeiten Lebensmittel schon seit Jahrtausenden, um die daraus entstehende Nahrung essbar, sicher, gesund, haltbar oder bekömmlicher zu machen.
- Wir bereiten Lebensmittel vor, indem wir sie schneiden oder zerkleinern, damit sie leichter verarbeitet oder gegessen werden können.
- Mit Zucker oder Salz zum Beispiel machen wir Lebensmittel haltbar.
- Wir fermentieren oder pasteurisieren Lebensmittel, damit sie sicher sind.
- Wir kochen Fleisch und Fisch, um Krankheitserreger abzutöten und damit Gesundheitsrisiken zu minimieren.
- Manche Lebensmittel wie Kartoffeln oder Hülsenfrüchte sind roh nicht genießbar. Sie müssen erst gekocht, also verarbeitet werden, damit wir sie essen können.
- Andere Nahrungsmittel bearbeiten wir, damit auch Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen sie essen können: Dazu gehören zum Beispiel gluten- oder laktosefreie Lebensmittel oder vegane und vegetarische Produkte.
- Manchmal fügen wir essentielle Nährstoffe wie Jod oder Vitamin D zu Lebensmitteln hinzu, um eine Unterversorgung mit wichtigen Spurenelementen, Mineralstoffen oder Vitaminen zu vermeiden
- Durch Verarbeitung kann der Körper Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe besser aufnehmen.
- Wir frieren frische Nahrungsmittel ein, um ihren hohen Nährstoffgehalt zu bewahren, sie lange haltbar zu machen und auch außerhalb der Saison genießen zu können.
- Durch Verarbeitung können Lebensmittelreste weiterverwendet oder länger gelagert werden – das hilft, Abfall zu vermeiden.

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Gibt es Unterschiede in der Verarbeitung von Lebensmitteln?
Gibt es Unterschiede in der Verarbeitung von Lebensmitteln?
Jeden Tag nehmen wir Lebensmittel zu uns, die unterschiedlich stark verarbeitet sind. Verarbeitung ist ein wichtiges Werkzeug, um Lebensmittel genießbar, gesund und vielseitig zu machen.
Frischer Spinat wird zum Beispiel gewaschen und roh in einem Salat verwendet. Kurzes Dünsten oder Blanchieren macht ihn bekömmlicher und leichter verdaulich. Für eine cremige Suppe wird er püriert, und in einem Auflauf wird er zusammen mit anderen Zutaten gebacken.
Jeder Verarbeitungsschritt hat also einen Zweck: Er kann den Geschmack verändern, die Nährstoffe besser verfügbar oder das Lebensmittel länger haltbar, sicher und gesünder machen. Verarbeitung ist somit ein wichtiges Werkzeug, um Lebensmittel genießbar, gesund und vielseitig zu machen.
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Wie funktioniert die industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln?
Wie funktioniert die industrielle Verarbeitung von Lebensmittelnl?
Die Verarbeitung von Lebensmitteln in der Industrie funktioniert im Grunde wie zu Hause oder im Restaurant, nur in größerem Maßstab! [3] Industrielle Verarbeitung erfolgt unter strengen wissenschaftlichen, technologischen und rechtlichen Standards, die Sicherheit und Qualität gewährleisten.
Zu Hause wie in der Lebensmittelindustrie werden Lebensmittel gewaschen, geputzt oder zubereitet, damit die Verbraucher:innen das fertige Produkt essen können. Der Unterschied zwischen der heimischen Küche und den Herstellern der Lebensmittelindustrie liegt vor allem in der Menge der produzierten Lebensmittel und bei den eingesetzten Gerätschaften, wie Mischer, Kessel und Co. In der Industrie werden viel größere Mengen verarbeitet. Es gibt große Maschinen, die Temperatur, Zeit oder Druck genau steuern.
Auch Hersteller von Lebensmitteln frieren ein, backen, erhitzen oder trocknen. Der Prozess findet lediglich in größerem Maßstab statt, ist in Teilen automatisiert und nutzt spezielle Technik: Die Töpfe und Rührgeräte sind größer, die Mehl- und Kartoffelsäcke schwerer, und die Zubereitung geht schneller. Ziel ist, dass Lebensmittel sicher, haltbar und genießbar sind und immer die gleiche hohe Qualität haben. Außerdem kann es darum gehen, die spätere Zubereitung von Gerichten für Verbraucher:innen daheim in der Küche oder in Restaurants, Mensen oder Krankenhauskantinen einfacher zu machen.
Hier sind ein paar Beispiele für Verarbeitungsschritte zuhause, in Restaurants oder Betrieben der Lebensmittelindustrie:
- Waschen, Schälen, Entsteinen oder Sieben von Obst, Gemüse oder Getreide
- Schneiden, Zerkleinern, Mischen, Mahlen oder Schroten von Zutaten
- Kochen, Backen, Trocknen, Pökeln, Räuchern oder Gefrieren
- Verpacken der Lebensmittel, damit sie nicht schlecht werden und sicher transportiert werden können
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Können Lebensmittel hinsichtlich ihres Verarbeitungsgrades eingeteilt werden?
Können Lebensmittel hinsichtlich ihres Verarbeitungsgrades eingeteilt werden?
Ein einheitliches, wissenschaftlich anerkanntes System zur Einteilung von Lebensmitteln hinsichtlich ihres Verarbeitungsgrades gibt es nicht. Der Verarbeitungsgrad allein sagt wenig darüber aus, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist. Entscheidend ist vor allem die Nährstoffzusammensetzung.
Ein einheitliches, wissenschaftlich anerkanntes System zur Einteilung von Lebensmitteln hinsichtlich ihres Verarbeitungsgrades existiert nicht. Dennoch gibt es Konzepte, die versuchen, Lebensmittel nach ihrem Verarbeitungsgrad zu klassifizieren.
Eines der bekanntesten Konzepte ist das „NOVA-System“, das Lebensmittel in vier Gruppen einteilt:
- Unverarbeitet oder minimal verarbeitet (z. B. frisches Obst, Gemüse, Eier)
- Wenig verarbeitet (z. B. Öle, Butter, Zucker)
- Verarbeitet (z. B. Brot, Käse, Nudeln, Margarine, Konfitüre, in Essig eingelegtes Gemüse)
- (Ultra-) hochverarbeitet (UPF) – industriell hergestellte Produkte mit vielen Zutaten, darunter Stoffe, die Verbraucher:innen nicht als Lebensmittel erkennen

Das so genannte „NOVA-System“ wurde von der brasilianischen Forschungsgruppe um Prof. Carlos Monteiro [4] entwickelt. Das „NOVA-System“ unterscheidet Lebensmittel jedoch nicht nach ihrem Nährstoffgehalt, sondern teilt sie nach dem Grad der industriellen Verarbeitung, Verpackung und Verkaufsform ein. Die Gruppe hat auch die Begriffe „hochverarbeitete“ oder „ultrahochverarbeitete“ Lebensmittel geprägt.
Das Konzept des „NOVA-Systems“: Je stärker ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto ungesünder sei es. In einigen Ländern – etwa Brasilien – wird es bereits praktisch angewendet. Dort ist zum Beispiel der Einsatz von als UPF eingeordneten Lebensmitteln in der Schulverpflegung eingeschränkt.
Eine im November 2025 veröffentlichte Studienserie [5] in der Fachzeitschrift „The Lancet“, an der auch Prof. Monteiro beteiligt war, warnt vor dem Verzehr von stark verarbeiteten und sieht einen Zusammenhang mit Übergewicht und gesundheitlichen Risiken. Die Wissenschaftler:innen fordern von der Politik Maßnahmen wie die Besteuerung von UPF-Lebensmitteln, Werbeverbote oder Einschränkungen in Produktion und Vermarktung dieser Produkte.
Wissenschaftlich ist das „NOVA-System“ umstritten. Fachleute [6, 7] kritisieren unter anderem, dass:
- die Kriterien zur Einordnung teils unklar und interpretationsabhängig seien, es fehlten objektive, messbare Referenzparameter,
- der Verarbeitungsgrad nicht zwingend die ernährungsphysiologische Qualität und das Gesundheitsrisiko eines Lebensmittels widerspiegele und
- die Bewertung bestimmter Produkte zu verzerrten Einschätzungen führen könne.
Beispiel: Ein frisch gebackenes Vollkornbrot gilt nach „NOVA“ bereits als „verarbeitet“, verpackt sogar als „hochverarbeitet“, obwohl sich die Zutaten nicht ändern.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat sich im 15. Ernährungsbericht [8] intensiv mit dem Thema „Einordnung von Lebensmitteln nach ihrem Verarbeitungsgrad“ beschäftigt. Der Bericht beschreibt zum einen, wie Lebensmittel verarbeitet werden , und bewertet anschließend gängige Klassifikationsmodelle wie die so genannte „NOVA-Klassifikation“. Fazit der DGE: Eine klare, wissenschaftlich anerkannte Definition von „hochverarbeitet“ existiert derzeit nicht.
Auch die wissenschaftliche Studienlage ist noch unsicher. Die DGE sichtete 37 Ernährungsstudien – viele davon nutzen das so genannte „NOVA-System“ [10]. Allerdings weisen die meisten Studien deutliche Schwächen auf. Das bedeutet: Die Ergebnisse der Studien könnten durch methodische Unsauberkeiten verfälscht sein. Das kann zum Beispiel durch ungenaue Messmethoden, nicht repräsentative Teilnehmergruppen oder fehlende Kontrolle wichtiger Einflussfaktoren wie dem Lebensstil oder dem sozioökonomischen Status der Studien-Teilnehmer:innen geschehen. Studien mit hohem Verzerrungsrisiko liefern daher nur eingeschränkt verlässliche Aussagen.
Auch auf der DGE-Jahrestagung 2025 [11] zeigte sich: Der Verarbeitungsgrad allein sagt wenig darüber aus, ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist. Entscheidend ist vor allem die Nährstoffzusammensetzung – also wie viel Zucker, Salz, gesättigte Fette oder Energie ein Produkt enthält.
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Was bedeutet 'hochverarbeitet'?
Was bedeutet "hochverarbeitet"?
Der Begriff „hochverarbeitet“ taucht in den Medien und in der Forschung immer häufiger auf. Die Begriffe "hochverarbeitete" oder „ultrahochverarbeitete Lebensmittel“ (Ultra Processed Food – UPF) wurde maßgeblich durch eine brasilianische Forschungsgruppe um Prof. Carlos Monteiro [12] geprägt. Das Konzept dahinter lautet kurz zusammengefasst: Je stärker ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto ungesünder ist. Das ist wissenschaftlich hoch umstritten.
Der Begriff „ultrahochverarbeitete Lebensmittel“ (UPF) wurde maßgeblich durch die brasilianische Forschungsgruppe um Prof. Carlos Monteiro [13] geprägt: UPF sind nach Definition von Monteiro et. al industriell hergestellt und sollen lange haltbar, schmackhaft, sofort verzehrfertig und bequem zu essen sein. Diese Lebensmittel seien für die Hersteller besonders profitabel, da sie sich automatisiert aus haltbaren Zutaten mit definierten Eigenschaften herstellen lassen. Hochverarbeitete Lebensmittel enthielten oft viele Zutaten, die von einem typischen Verbraucher nicht als Lebensmittel identifiziert würden und auch nicht einzeln verkauft werden könnten.
Das so genannte „NOVA-System“ unterscheidet Lebensmittel nicht nach ihrem Nährstoffgehalt, sondern teilt sie nach dem Grad der industriellen Verarbeitung, Verpackung und Verkaufsform in vier Gruppen ein:
- Unverarbeitet oder minimal verarbeitet: z. B. frisches Obst und Gemüse, Eier, Nüsse, Fleisch
- Wenig verarbeitet: z. B. Öle, Butter, Zucker, Honig
- Verarbeitet: z. B. Brot, Käse, Nudeln, Margarine, Konfitüre, in Essig eingelegtes Gemüse
- (Ultra-) hochverarbeitet (UPF): industriell hergestellte Produkte mit vielen Zutaten, darunter Stoffe, die Verbraucher:innen nicht als Lebensmittel erkennen würden, z. B. Snacks, Erfrischungsgetränke, Süßwaren, Wurstwaren, Instantprodukte

Das Konzept des „NOVA-Systems“: Je stärker ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto ungesünder sei es. In einigen Ländern – etwa Brasilien – wird es bereits praktisch angewendet. Dort ist zum Beispiel der Einsatz von als UPF eingeordneten Lebensmitteln in der Schulverpflegung eingeschränkt.
Eine im November 2025 veröffentlichte Studienserie [14] in der Fachzeitschrift „The Lancet“, an er auch Prof. Monteiro beteiligt war, warnt erneut vor dem Verzehr von stark verarbeiteten Lebensmitteln (Ultra-processed Foods, UPF) und sieht einen Zusammenhang mit Übergewicht und gesundheitlichen Risiken. Die Wissenschaftler:innen fordern von der Politik Maßnahmen wie die Besteuerung von UPF-Lebensmitteln, Werbeverbote oder Einschränkungen in Produktion und Vermarktung dieser Produkte.
Wissenschaftlich ist das „NOVA-System“ umstritten. Von Fachleuten [15, 16] wird unter anderem kritisiert, dass:
• die Kriterien zur Einordnung teils unklar und interpretationsabhängig sind, es fehlen objektive, messbare Referenzparameter,
• der Verarbeitungsgrad nicht zwingend die ernährungsphysiologische Qualität und Gesundheitsrisiko eines Lebensmittels widerspiegelt und
• die Bewertung bestimmter Produkte zu verzerrten Einschätzungen führen kann.
Beispiel: Ein frisch gebackenes Vollkornbrot gilt nach „NOVA“ bereits als „verarbeitet“, verpackt sogar als „hochverarbeitet“, obwohl sich die Zutaten nicht ändern.
Trotz der Kritik wird das „NOVA“-System in der Forschung häufig verwendet. Viele Studien deuten darauf hin, dass ein hoher Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel (UPF) mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein könnte. Allerdings sind eindeutige Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge bisher nicht eindeutig belegt.
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Warum kritisieren Wissenschaftler:innen die Bewertung von Lebensmitteln nach dem Grad ihrer Verarbeitung?
Warum kritisieren Wissenschaftler:innen die Bewertung von Lebensmitteln nach dem Grad ihrer Verarbeitung?
Es gibt keine eindeutigen wissenschaftlichen Kriterien, die die Bewertung von Lebensmitteln nach dem Grad und Ort ihrer Verarbeitung rechtfertigen.
Viele Wissenschaftler:innen [17, 18] kritisieren die Bewertung von Lebensmitteln nur anhand des Grades oder Ortes ihrer Verarbeitung. Sie sagen, dass diese Bewertung wissenschaftlich nicht immer gut belegt sei und man die gesundheitliche Qualität und Sicherheit eines Lebensmittels nicht allein daran festmachen könne, wie stark es verarbeitet wurde. Die meisten Studien, auf denen diese Einteilungen – meist nach der so genannten „NOVA-Klassifikation“ – beruhen, sind Beobachtungsstudien. Sie können mögliche Zusammenhänge zwischen Lebensmittelkonsum und Krankheiten (z.B. Adipositas oder Diabetes) zeigen, liefern aber keinen Beweis dafür, dass ein bestimmtes Lebensmittel direkt eine Krankheit verursacht – also keine Ursache-Wirkungs-Beziehung [19].
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Wie lässt sich bewerten, ob ein Lebensmittel ernährungsphysiologisch günstig ist?
Wie lässt sich bewerten, ob ein Lebensmittel ernährungsphysiologisch günstig ist?
Entscheidend für die Bewertung eines Lebensmittels ist die Zusammensetzung der Zutaten selbst. Erst daraus lässt sich ableiten, ob ein Produkt ernährungsphysiologisch günstig ist – insbesondere im Hinblick auf Hauptnährstoffe, Ballaststoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe.

Die Verarbeitung von Lebensmitteln darf nicht automatisch negativ oder als ungesund bewertet werden. Viele Verfahren wie Erhitzen, Fermentation oder bestimmte Konservierungsmethoden können die Bekömmlichkeit des Lebensmittels verbessern und seine Sicherheit und Qualität erhöhen. Zudem ist die Verarbeitung von Lebensmitteln kein rein industrielles Phänomen: Verarbeitung von Lebensmitteln findet ebenso zu Hause, in handwerklichen Betrieben und in der Gastronomie statt. Industrielle Prozesse unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch Automatisierung und größere Produktionsmengen, aber nicht durch die grundlegenden Schritte der Verarbeitung oder die Zutaten.
Für eine gesunde Ernährung ist daher entscheidend, auf die Auswahl der Zutaten und die Nährstoffzusammensetzung zu achten, anstatt sich auf den Verarbeitungsgrad oder -ort zu konzentrieren. Wichtig ist das gesamte Ernährungsmuster, nicht einzelne Lebensmittel.
Tiefkühlprodukte bieten eine praktische Möglichkeit, sich trotz hektischer Abläufe gesund und ausgewogen zu ernähren, weil sie durch schonendes Schockfrosten Vitamine, Nährstoffe und Frische bewahren und sich schnell und einfach zubereiten lassen.
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Sind industriell verarbeitete Lebensmittel ungesund?
Sind industriell verarbeitete Lebensmittel ungesund?
Ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist, hängt nicht vom Grad der Verarbeitung ab oder ob das Lebensmittel zuhause, im Restaurant oder industriell verarbeitet wurde [20], sondern vielmehr auf die Zutaten und Nährstoffe des einzelnen Lebensmittels.
Ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist, hängt nicht vom Grad der Verarbeitung ab oder ob das Lebensmittel zuhause, im Restaurant oder industriell verarbeitet wurde [20]. Es kommt vielmehr auf die Zutaten und Nährstoffe des einzelnen Lebensmittels an. Und darauf, dass die Ernährung insgesamt abwechslungsreich, ausgewogen und vielfältig ist. Die so genannte „NOVA-Klassifizierung“ hingegen unterstellt auf der Grundlage unzureichender wissenschaftlicher Daten, dass zu Hause aus Grundzutaten zubereitete Lebensmittel einen höheren Nährwert und gesundheitlichen Nutzen hätten sowie nachhaltiger seien als die in Verarbeitungsbetrieben hergestellten. Diese Annahme ist jedoch ernährungswissenschaftlich nicht haltbar, ohne die Zusammensetzung und letztlich auch Zubereitungsart der Lebensmittel bzw. zubereiteten Speisen zu berücksichtigen.
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Was ist gesunde Ernährung?
Was ist gesunde Ernährung?
Eine gesunde Ernährung sollte abwechslungsreich, ausgewogen und nährstoffreich sein. Sie sollte möglichst viele verschiedene Lebensmittelgruppen enthalten und den individuellen Bedürfnissen gerecht werden. Entscheidend ist letztlich, wie ein Lebensmittel in den individuellen Speiseplan passt und zur Energie- und Nährstoffversorgung beiträgt. Eine ausgewogene Ernährung kann deshalb durchaus verschiedene Verarbeitungsgrade umfassen, wobei der persönliche Lebensstil und der Nährstoffbedarf entscheidend sind.
Tiefkühlprodukte
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Was ist Tiefkühlung?
Was ist Tiefkühlung?
Frische, hochwertige Rohwaren wie Fisch, Gemüse oder Fleisch werden kurz nach dem Fang, der Ernte oder der Schlachtung bei tiefsten Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius sehr schnell eingefroren. Diese sogenannte „Schockfrostung“ macht die Tiefkühllebensmittel haltbar und sicher – ganz ohne Konservierungsstoffe. Sie sorgt dafür, dass mikrobiologische Prozesse im Lebensmittel zum Stillstand kommen. Anschließend werden Tiefkühlprodukte bei mindestens -18 Grad Celsius tiefkühlfrisch gelagert. So bleiben Vitamine, Aroma, Mineralien, Geschmack und Konsistenz optimal erhalten. Die Tiefkühlung ist heute eine der wichtigsten Verarbeitungsmethoden, um Lebensmittel sicher und haltbar zu machen und ihre wertvollen Nährstoffe zu bewahren.
Das Schockfrosten gilt als eine der schonendsten Methoden, Lebensmittel haltbar zu machen, im Grunde funktioniert sie wie eine „Pausetaste“. Die „Frischestudie“ der Universität Hamburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg zeigt: Das Gefriergut ist durch den schnellen Produktionsablauf und das Schockfrosten ein wahrer Vitamin- und Nährstofftresor. Denn die Lebensmittel werden dann haltbar gemacht, wenn sie am frischesten sind.
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Wie werden Tiefkühlprodukte hergestellt?
Wie werden Tiefkühlprodukte hergestellt?
Die Rezepturen und Verarbeitungsschritte der Hersteller unterscheiden sich nicht grundlegend von der Zubereitung von Gerichten in Privathaushalten oder im Restaurant. Tiefkühlhersteller produzieren Lebensmittel unter streng kontrollierten Hygiene- und Sicherheitsstandards und mit hoher Energieeffizienz.
Tiefkühllebensmittel werden aus frischen, hochwertigen Zutaten hergestellt, die meist direkt nach der Ernte, dem Fang oder der Schlachtung verarbeitet und schockgefrostet werden. Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch werden gewaschen, geschnitten und oft kurz blanchiert, um Geschmack, Farbe und Nährstoffe zu erhalten. Anschließend werden die Rohwaren schnell bei sehr niedrigen Temperaturen von bis zu -40 °C eingefroren. Danach werden die Lebensmittel luftdicht verpackt und bei -18 °C oder kälter gelagert. Dadurch bleiben sie lange frisch und bewahren ihre Qualität. Geschmack, Vitamine und Textur der tiefgekühlten Lebensmittel sind so nahezu unverändert, bis sie bei Bedarf aufgetaut und zubereitet werden können.
Bereits die Technologie des Schockfrostens ist darauf ausgelegt, die Produkte so schonend wie möglich zu verarbeiten, ihre natürliche Struktur und wichtigen Nährstoffe zu erhalten und für lange Zeit haltbar zu machen. Zudem produzieren die Tiefkühlhersteller die Lebensmittel unter streng kontrollierten Hygiene- und Sicherheitsstandards. Durch die Automatisierung des Herstellungsprozesses wird nicht nur dafür gesorgt, dass ausreichend Lebensmittel für die Versorgung der Bevölkerung hergestellt werden, sondern die Industrie ist zusätzlich in der Lage, effizienter und mit weniger Energieaufwand pro Einheit zu produzieren.
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Wie werden Tiefkühl-Fertiggerichte hergestellt?
Wie werden Tiefkühl-Fertiggerichte hergestellt?
In Tiefkühl-Fertiggerichten werden unterschiedliche Rohwaren eingesetzt, die dafür mehr oder weniger verarbeitet werden. Sowohl zuhause als auch in Restaurants werden die Gerichte meist nach denselben Grundprinzipien hergestellt wie in der Industrie – der Unterschied liegt vor allem im Maßstab, in der Ausrüstung und in der Lagerung.
In Tiefkühl-Fertiggerichten werden unterschiedliche Rohwaren eingesetzt. Beispielsweise besteht eine Salami-Tiefkühl-Pizza aus den Zutaten für den Teig (Weizenmehl, Wasser, pflanzliches Öl – meist Raps- oder Sonnenblumenöl, Hefe und ggfs. Weizensauerteig) und dem Belag – bei Salami-Pizza also aus der Salami, Tomatensauce, ggfs. mit etwas Zucker zur Geschmacksabrundung, Käse, Kräutern und Speisesalz. Der Pizzateig wird mit den jeweiligen Zutaten angesetzt und nach einer Zeit des Gärens geformt und vorgebacken. Danach wird der Teig mit den einzelnen Zutaten belegt und auf eine Kerntemperatur von mindestens -18 °C tiefgefroren. Sowohl zuhause als auch in Restaurants wird Pizza nach denselben Grundprinzipien hergestellt wie in der Industrie – der Unterschied liegt vor allem im Maßstab, in der Ausrüstung und in der Lagerung.

Ein weiteres Beispiel wäre ein vegetarisches Tiefkühl-Gemüsegericht, das, neben einer Sättigungskomponente wie Kartoffeln, Reis oder Buchweizen, unterschiedliche Gemüse (Brokkoli, Spinat, Paprika, etc.), Kräuter, pflanzliches Öl und Gewürze enthält. Dabei handelt es sich meist um ein Zusammenfügen der Einzelkomponenten zu einem Komplettfertiggericht, die vorab vorgekocht (Reis) oder direkt nach der Ernte gewaschen, geputzt, geschnitten, blanchiert und schockgefrostet (Gemüse) wurden.

Auch die Tiefkühl-Pommes bestehen in der Regel nur aus zwei Zutaten: Kartoffeln als Hauptkomponente und ernährungsphysiologisch hochwertiges Pflanzenöl (z.B. Sonnenblumen- oder Rapsöl), mit dem die Kartoffeln unter kontrollierten Bedingungen vorfrittiert werden.

Fischstäbchen bestehen zu 65 Prozent aus zu Blöcken gefrorenen naturbelassenen Alaska-Seelachs-Filets [21], die geschnitten, mit einer Panade aus Paniermehl (Weizenmehl, Wasser, Gewürze), pflanzlichem Öl (Sonnenblumen- oder Rapsöl), Weizenmehl, Wasser, Stärke und Salz überzogen, schonend vorfrittiert und schockgefrostet werden. Würde dieses Produkt zu Hause oder in der Gastronomie zubereitet werden, würden die gleichen Zutaten und Zubereitungsverfahren angewendet werden.

Dadurch lassen sich Tiefkühlprodukte auf einfache, schnelle und natürliche Weise in den Alltag integrieren – sie sind praktisch, nährstoffreich und kommen ohne Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder Farbstoffe aus.
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Sind Tiefkühlprodukte ungesund?
Sind Tiefkühlprodukte ungesund?
Dank ihrer Frische, Natürlichkeit, ihrer hohen Nährwertqualität und ihrer großen Angebotsvielfalt können Tiefkühlprodukte einen wichtigen Beitrag zu einer individuellen, gesunden und ausgewogenen Ernährung für jeden Geschmack und Lebensstil leisten.
Frische, hochwertige Rohwaren werden bei tiefsten Temperaturen schockgefrostet. So bleiben Vitamine, Aroma, Mineralien, Geschmack und Konsistenz optimal erhalten, allein dank der natürlichen Kraft der Kälte. Tiefkühlgemüse zum Beispiel enthält in der Regel mehr Vitamine und Nährstoffe als frisches Gemüse aus dem Supermarkt oder vom Wochenmarkt, das schon ein paar Tage im Markt oder zuhause im Kühlschrank liegt. Das hat die „Frischestudie“ der Universität Hamburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg nachgewiesen.
Dank ihrer Frische, Natürlichkeit, ihrer hohen Nährwertqualität und ihrer großen Angebotsvielfalt können Tiefkühlprodukte einen wichtigen Beitrag zu einer individuellen, gesunden und ausgewogenen Ernährung für jeden Geschmack und Lebensstil leisten.
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Enthalten Tiefkühl-Fertiggerichte zu viel Salz, Fett und Zucker?
Enthalten Tiefkühl-Fertiggerichte zu viel Salz, Fett und Zucker?
Salz, Zucker und Fett sind essenzielle Bestandteile unserer Ernährung. Sie dienen als natürliche Geschmackverstärker. Salz und Zucker sorgen zusätzlich für die Haltbarkeit von Lebensmitteln. Wie viel Salz, Fett und Zucker ein Lebensmittel enthält, hängt unter anderem von den verwendeten Zutaten, der Zubereitung und dem Endprodukt ab. Tiefkühl-Fertiggerichte [22] haben beim Produktmonitoring des Max Rubner-Instituts (MRI) 2021 sehr gut abgeschnitten hinsichtlich Salz-, Zucker- und Fettgehalt. Dank der schonenden Haltbarmachung durch das Schockfrosten kommen Tiefkühlprodukte schon grundsätzlich ohne hohe Salzgehalte und Konservierungsstoffe aus.
Die Hersteller von tiefgekühlten Lebensmitteln richten ihr Produktangebot eng an den Wünschen der Verbraucher:innen aus und optimieren seit mehr als zehn Jahren schrittweise sehr erfolgreich die Rezepturen der beliebten TK-Pizza und anderer TK-Fertiggerichte. Dabei berücksichtigen sie bei der Produktentwicklung aktuelle und zukünftige Trends, die gesellschaftlichen Erwartungen an ihre Produkte und Empfehlungen wissenschaftlicher Institutionen berücksichtigen, vor allem die der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).
In Bezug auf die Salzaufnahme in der Bevölkerung empfiehlt die DGE, diese auf maximal sechs Gramm Salz pro Tag zu begrenzen. Viele dti-Mitgliedsunternehmen haben den Salzgehalt in ihren Tiefkühlprodukten bereits verringert (sog. „stille Reformulierung“) und tragen so schon heute dazu bei, den von der DGE empfohlenen Zielwert zu erreichen. Tiefkühlprodukte enthalten dementsprechend nicht grundsätzlich zu viel Salz, Fett oder Zucker – das zeigt auch das aktuelle Produktmonitoring des Max Rubner-Instituts (MRI) im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Dank der schonenden Haltbarmachung durch das Schockfrosten kommen Tiefkühlprodukte schon grundsätzlich ohne hohe Salzgehalte und Konservierungsstoffe aus.
Das dti hat 2018 stellvertretend für die Tiefkühlwirtschaft die freiwillige Selbstverpflichtung abgegeben, bis Ende 2025 den durchschnittlichen Salzgehalt in TK-Pizzen auf 1,25 g/100 g zu reduzieren. Das MRI, das die Fortschritte untersucht, hat im aktuellen Zwischenbericht festgestellt, dass der durchschnittliche Salzgehalt bei TK-Pizzen bereits 2019 bei 1,27 g/100 g lag [23] . Auch Tiefkühl-Fertiggerichte [24] haben beim Produktmonitoring des MRI 2021 sehr gut abgeschnitten hinsichtlich Salz-, Zucker- und Fettgehalt. Das MRI hat dazu 785 tiefgekühlte Fertiggerichte untersucht. Mit Blick auf die bisherigen großen Erfolge der TK-Hersteller bei der Salzreduktion erwartet das dti, dass die Salzgehalte wie vereinbart bis Ende 2025 auf den zugesagten Zielwert sinken werden.
Bei der Produktauswahl werden die Kunden auch durch den Nutri-Score unterstützt, den die Tiefkühlbranche frühzeitig eingeführt hat und der auf den Verpackungen vieler Marken und Handelsmarken in der Tiefkühlabteilung zu finden ist.
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Enthält tiefgekühltes Gemüse genauso viele Nährwerte und Vitamine wie frisches Gemüse?
Enthält tiefgekühltes Gemüse genauso viele Nährwerte und Vitamine wie frisches Gemüse?
Tiefkühlgemüse enthält dank Schockfrostung und Tiefkühlung mindestens so viele Vitamine und Nährstoffe wie frisches Gemüse. Das belegt die „Frische-Studie“ der Universität Hamburg und der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
Gemüse und Obst bilden die Basis einer gesunden Ernährung und liefern einen wichtigen Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. In Tiefkühlgemüse und -obst bleiben Vitamine und Nährstoffe nachweislich besser erhalten als in Obst und Gemüse aus dem Supermarkt oder vom Wochenmarkt. Das belegt die „Frische-Studie“ der Universität Hamburg und der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
Tiefkühlgemüse bzw. -obst wird zum vollen Reifegrad wenige Stunden nach der Ernte schockgefrostet und somit auf sehr schonende Art haltbar gemacht. Frisches Gemüse hingegen verliert bereits während dem Transport, der Lagerung und im Kühlschrank einen großen Teil seiner Vitamine. Werden Tiefkühlprodukte nach Anleitung schonend erhitzt, bleiben die Inhaltsstoffe erhalten, und das Gemüse behält Biss und Frische.
Tiefkühlgemüse ist somit eine gesunde, praktische und ganzjährig verfügbare Alternative zu frischem Gemüse.
Auch in Tiefkühl-Fertiggerichten und auf Tiefkühl-Pizzen ist das wertvolle Gemüse ein fester Bestandteil. Paprikawürfel, Pilze, Brokkoli oder andere Gemüsearten werden erntefrisch tiefgekühlt zu den Gerichten hinzugefügt. So bleiben ihre wertvollen Nährstoffe erhalten, auch in der fertigen Mahlzeit. Auf diese Weise verbinden Tiefkühlgerichte Genuss und Vielfalt mit ernährungsphysiologischen Vorteilen und können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein.
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Unterscheidet sich eine Tiefkühl-Pizza von einer selbstgemachten Pizza?
Unterscheidet sich eine Tiefkühl Pizza von einer selbstgemachten Pizza?
Die Herstellung von Tiefkühl-Pizzen unterscheidet sich nicht grundlegend von der Zubereitung zuhause oder in der Außerhausverpflegung.
Beispielsweise besteht eine Salami-Tiefkühl-Pizza aus den gleichen Grundzutaten wie eine selbstgemachte Pizza: Für den Teig werden Weizenmehl, Wasser, pflanzliches Öl (meist Raps- oder Sonnenblumenöl), Hefe und ggf. Weizensauerteig verwendet. Der Belag besteht aus Salami, Tomatensauce (ggf. mit etwas Zucker zur Geschmacksabrundung), Käse, Kräutern und Salz. Der Teig wird angesetzt, nach dem Gären geformt und vorgebacken, bevor er mit den Zutaten belegt und auf mindestens -18 °C schockgefrostet wird.
Das TK-Pizza-Angebot ist sehr vielfältig: Ob klassisch mit Salami oder Mozzarella, vegetarisch, vegan oder mit verschiedenen Belägen – für jeden Geschmack und jede Ernährungsweise gibt es die passende Variante.

Die Pizzahersteller und die gesamte Tiefkühlbranche arbeiten verantwortungsbewusst an der Weiterentwicklung ihrer Produkte. Das Deutsche Tiefkühlinstitut e.V. (dti) hat 2018 stellvertretend für die gesamte Branche die freiwillige Selbstverpflichtung abgegeben, den durchschnittlichen Salzgehalt in TK-Pizzen bis Ende 2025 auf 1,25 g pro 100 g zu reduzieren, und folgt damit der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Das Max Rubner-Institut (MRI), das die Fortschritte im Auftrag des Bundesernährungsministeriums untersucht, stellte im zweiten Zwischenbericht 2024 [25] fest, dass der Salzgehalt von TK-Pizzen bereits 2019 bei durchschnittlich 1,27 g pro 100 g lag – die Branche ist also auf gutem Weg, die Vorgaben der DGE zu erfüllen.
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Enthalten Tiefkühlprodukte Zusatzstoffe?
Enthalten Tiefkühlprodukte Zusatzstoffe?
Tiefkühlprodukte enthalten keine oder nur lebensmitteltechnologisch notwendige Zusatzstoffe.
Zusatzstoffe sind Stoffe, die Lebensmitteln aus technischen Gründen zugesetzt werden, z. B. für Haltbarkeit, Farbe, Geschmack oder Konsistenz. In Deutschland und der EU müssen alle Zusatzstoffe umfassend geprüft und zugelassen sein, bevor sie in Lebensmitteln verwendet werden dürfen. Behörden überwachen ihre Verwendung streng, sodass die Sicherheit und Gesundheit für Verbraucher:innen gewährleistet ist.
Schockfrostung und Tiefkühlung sorgen dafür, dass Tiefkühlprodukte natürlich haltbar gemacht werden. Auch der ursprüngliche Geschmack der frischen Rohwaren bleibt optimal erhalten. Zusatz- und Konservierungsstoffe sind daher nicht oder nur kaum nötig.
Unabhängige Produkttests von Stiftung Warentest und Öko-Test [26, 27] bestätigen, dass bei Tiefkühlgerichten keine oder nur lebensmitteltechnologisch erforderliche Zusatzstoffe verwendet werden. Falls Zusatzstoffe verwendet werden, wurden diese von den Behörden streng geprüft und sind vom Gesetzgeber zugelassen.
Beispiele und Anwendungsgründe für bestimmte Zusatzstoffe und Zutaten:
- Nitritpökelsalz, welches zur Konservierung und Farbstabilität in Wurstwaren eingesetzt werden muss, gelangt über die Zutat Salami in die Tiefkühl-Salami-Pizza.
- Die Verwendung von modifizierter Stärke, wird gegenüber natürlicher Stärke bevorzugt, da modifizierte Stärke unter anderem eine bessere Hitzestabilität sowie ein besseres Gefrier- und Auftauverhalten aufweist.
- Der Einsatz von Dextrose anstelle von klassischem Haushalts- bzw. Kristallzucker wird ebenfalls bevorzugt, da der Teig dadurch schneller aufgeht und die Kruste während des Backens besser bräunt.
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Enthalten Tiefkühlprodukte Konservierungsstoffe?
Enthalten Tiefkühlprodukte Konservierungsstoffe?
Tiefkühlprodukte kommen dank Schockfrostung in der Regel ohne Konservierungsstoffe aus.
Konservierungsstoffe sind Zusatzstoffe, die Lebensmittel länger haltbar machen sollen, indem sie das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterien oder Schimmel hemmen. Sie werden gezielt eingesetzt, wenn die Haltbarkeit eines Lebensmittels ohne sie nicht gewährleistet wäre.
Frische, hochwertige Rohwaren wie Fisch, Gemüse oder Fleisch werden bei tiefsten Temperaturen eingefroren. Diese so genannte „Schockfrostung“ macht die Lebensmittel haltbar, sicher und gesund. Anschließend werden sie bei höchstens -18 °C tiefkühlfrisch gelagert. So bleiben Vitamine, Aroma, Mineralien, Geschmack und Konsistenz optimal erhalten. Das Schockfrosten funktioniert ohne Konservierungsstoffe, allein dank der natürlichen Kraft der Kälte. Bis heute gibt es keine schonendere Art, Lebensmittel haltbar zu machen. Die „Frischestudie“ der Universität Hamburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg zeigt: Das Gefriergut ist durch den schnellen Produktionsablauf und das Schockfrosten ein wahrer Vitamin- und Nährstofftresor. Denn die Lebensmittel werden dann haltbar gemacht, wenn sie am frischesten sind.
Durch die Kälte bleiben die Lebensmittel haltbar, sicher und ihre wichtigen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Geschmack und Konsistenz weitgehend erhalten.
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Sind tiefgekühlte Fertiggerichte ungesund?
Sind tiefgekühlte Fertiggerichte ungesund?
Das Angebot an Tiefkühlprodukten und insbesondere an Fertiggerichten umfasst eine große Auswahl ernährungsphysiologisch günstiger Produkte, die eine vollwertige Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erlauben. Verbraucherinnen und Verbraucher können dadurch im Alltag mit einer einfachen und schnellen Zubereitung entlastet werden und sich gleichzeitig ausgewogen ernähren.
Ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist, hängt nicht mit dem Grad der Verarbeitung (z. B. der Tiefkühlung) zusammen oder damit, ob das Lebensmittel zuhause oder industriell verarbeitet wurde. Ob ein Lebensmittel gesund oder ungesund ist, hängt von den Zutaten und Nährstoffe des einzelnen Lebensmittels ab. Eine gesunde Ernährung sollte abwechslungsreich, ausgewogen und nährstoffreich sein. Sie sollte möglichst viele verschiedene Lebensmittelgruppen enthalten und den individuellen Bedürfnissen gerecht werden.
Unabhängige Produkttests von Stiftung Warentest und Öko-Test [26, 27] bestätigen, dass bei tiefgekühlten Fertiggerichten keine oder nur lebensmitteltechnologisch erforderliche Zusatzstoffe verwendet werden.
Beispiele und Anwendungsgründe für bestimmte Zusatzstoffe und Zutaten:
- Nitritpökelsalz, welches zur Konservierung und Farbstabilität in Wurstwaren eingesetzt werden muss, gelangt über die Zutat Salami in die Tiefkühl-Salami-Pizza.
- Die Verwendung von modifizierter Stärke, wird gegenüber natürlicher Stärke bevorzugt, da modifizierte Stärke unter anderem eine bessere Hitzestabilität sowie ein besseres Gefrier- und Auftauverhalten aufweist.
- Der Einsatz von Dextrose anstelle von klassischem Haushalts- bzw. Kristallzucker wird ebenfalls bevorzugt, da der Teig dadurch schneller aufgeht und die Kruste während des Backens besser bräunt.
Quellen und Links
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Quellen
Quellen
[1] https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/01_Aufgaben/02_AmtlicheLebensmittelueberwachung/02_MNKP/lm_mnkp_node.html
[2] https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:2004R0852:20090420:DE:PDF
[3] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39811255/
[4] Monteiro CA, Cannon G, Levy R, MoubaracJ-C, Jaime P, Martins, P, et al. NOVA. The star shines bright. World Nutrition. 2016;7(1-3):28–38 http://archive.wphna.org/wp-content/uploads/2016/01/WN-2016-7-1-3-28-38-Monteiro-Cannon-Levy-et-al-NOVA.pdf
[5] https://www.thelancet.com/series-do/ultra-processed-food
[6] https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2302-9323
[7] https://datashare.tu-dresden.de/s/dowSAeSZStoANY6?dir=/&editing=false&openfile=true
[8] https://www.dge.de/presse/meldungen/2023/wie-lassen-sich-lebensmittel-nach-ihrem-verarbeitungsgrad-einordnen/
[9] https://www.dge.de/fileadmin/dok/wissenschaft/ernaehrungsberichte/15eb/15-DGE-EB-Vorveroeffentlichung-Kapitel8.pdf
[10] https://www.dge.de/fileadmin/dok/wissenschaft/ernaehrungsberichte/15eb/15-DGE-EB-Vorveroeffentlichung-Kapitel9.pdf
[11] https://www.dge.de/veranstaltungen/tagungen/arbeitstagung-2025/arbeitstagung-der-dge-zu-hochverarbeiteten-lebensmitteln-upf-mit-blick-in-die-praxis/
[12] Monteiro CA, Cannon G, Levy R, MoubaracJ-C, Jaime P, Martins, P, et al. NOVA. The star shines bright. World Nutrition. 2016;7(1-3):28–38 http://archive.wphna.org/wp-content/uploads/2016/01/WN-2016-7-1-3-28-38-Monteiro-Cannon-Levy-et-al-NOVA.pdf
[13] Monteiro CA, Cannon G, Levy R, MoubaracJ-C, Jaime P, Martins, P, et al. NOVA. The star shines bright. World Nutrition. 2016;7(1-3):28–38 http://archive.wphna.org/wp-content/uploads/2016/01/WN-2016-7-1-3-28-38-Monteiro-Cannon-Levy-et-al-NOVA.pdf
[14] https://www.thelancet.com/series-do/ultra-processed-food
[15] https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2302-9323
[16] https://datashare.tu-dresden.de/s/dowSAeSZStoANY6?dir=/&editing=false&openfile=true
[17] https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2302-9323
[18] Braesco, V., Souchon, I., Sauvant, P. et al.: Ultra-processed foods: how functional is the NOVA system?. In: European Journal of Clinical Nutrition - Nature. Vol. 76, S. 1245–1253 (2022). doi:10.1038/s41430-022-01099-1 (Online publiziert am 21 March 2022)
[19] https://www.nutrition.org.uk/news/position-statement-on-the-concept-of-ultra-processed-foods-upf/
[20] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39811255/
[21] Deutsche Lebensmittelbuchkommission. Leitsätze für Fisch und Fischereierzeugnisse (Stand 09.04.2021). Abrufbar unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeFische.html
[22] https://www.mri.bund.de/de/themen/reduktion-von-zucker-fett-und-salz/produktmonitoring/
[23] https://www.mri.bund.de/fileadmin/MRI/Institute/EV/Produktmonitoring-2019_Ergebnisbericht-Version-2.0.pdf
[24] https://www.mri.bund.de/de/themen/reduktion-von-zucker-fett-und-salz/produktmonitoring/
[25] https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/nri-zwischenbericht-2.pdf?__blob=publicationFile&v=6
[26] Stiftung Warentest Ausgabe 2/2022. Abrufbar unter: https://www.test.de/Chicken-Nuggets-Fleisch-und-Veggie-im-Test-5840233-0/
[27] Öko Test Ausgabe April 2021. Abrufbar unter: https://www.oekotest.de/essen-trinken/Asiatische-Gemuesepfannen-im-Test-Nicht-bei-allen-ist-der-Geschmack-einwandfrei_11782_1.html
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weiterführende Links
weiterführende Links
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): https://www.dge.de/wissenschaft/ernaehrungsberichte/15-dge-ernaehrungsbericht/; https://www.dge.de/presse/meldungen/2025/hochverarbeitete-lebensmittel-dge-beleuchtet-kontroverses-thema/
- Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2302-9323
- TU Dresden, Food Facts - Der Lebensmittelchemie-Podcast: Folge 9: https://tu-dresden.de/mn/chemie/lc/aktuelles/podcast-food-facts#section-15
- Lebensmittelverband Deutschland: https://www.lebensmittelverband.de/de/lebensmittel/verarbeitung
- Österreich isst informiert: https://www.oesterreich-isst-informiert.at/herstellung/hochverarbeitete-lebensmittel-im-faktencheck/; https://www.oesterreich-isst-informiert.at/herstellung/lebensmittelverarbeitung-warum-braucht-es-sie/
